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1 (1855)
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1170
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für die Erhaltung der Brut. Die Männchen haben Flügel, die Weib-chen sind völlig ausgebildet gleichfalls geflügelt, und grösser als dieGeschlechtslosen. Die Männchen sterben bald nach der Befruchtung.Die Weibchen überwintern und legen in unterirdischen Gängen vomFrühjahr bis in die Mitte des Sommers Eier von der Grösse einesHirsekorns. Ein Weibchen legt gegen 7000 Eier. Nach einigen Ta-gen krichen aus den Eiern Würmer, welche von den Geschlechtslo-sen gefüttert werden und sich nach 10 bis 14 Tagen in ein zarteszähes Häutchen einspinnen und Puppen bilden. Diese werden vondem gemeinen Manne als Ameiseneier bezeichnet. Aus den Puppenentwickeln sich die vollkommenen Ameisen. In Stelle eines Stachelshat die Ameise eine Drüse, aus welcher sie bei der Berührung einensauren, nicht unangenehm riechenden, auf der Haut aber Brennenerregenden Saft ausspritzt.

Die Ameisen werden lebendig in den Monaten Juniund Juli gefangen, indem man Weinflaschen an dem Randeeines grossen Ameisenhaufens eingräbt, so dass ihre Mün-dungen 2 Zoll ungefähr aus dem Boden hervorragen , undum die Mündungen die Ameisenhaufenmasse anhäuft. DieAmeisen laufen in die Flaschen, können aber wegen derGlätte der Seitenwände nicht wieder heraus.

Auch andere Ameisenarten, z. B. Formten nigra undfusca Linn. können in Stelle der Waldameisen im Nothfalleverwendet werden, wenn sie in sandigem Boden leben. Diein angebauten Feldern oder in Gärten lebenden sollen we-%iig Schärfe besitzen. Die Ameisen werden zur Bereitungdes Spiritus Formicarum gebraucht.

Ist man genöthigt die Ameisen aufzubewahren, so über-giesst man sie mit Weingeist.

Sie enthalten nach Joh i flüchtiges Oel, fettes Oel, Ameisensäure,talgartiges Fett, extraktartige Materie, Eiweissstoff und phosphorsau-ren Kalk, nach Anderen auch Aepfelsäure und Weinsteinsäure. ImJahre 1670 stellte Sam. Fischer die Ameisensäure durch Destillationder Ameisen mit Wasser dar, Gehlen jedoch lehrte sie zuerst als einebesondere Säure kennen, ßoebereiner stellte sie zuerst künstlich dar.

Die Ameisensäure, Formylsäure, C 2 H0 3 -(-HO, entsteht ausdem Holzgeist ganz so wie die Essigsäure aus dem Weingeist; näm-lich zuerst durch Entziehung von 2H und dann durch Substitutionder letzteren durch 20. Siehe Seite 239 u. 240.

Holzgeist C-H 3 0-r-HO Formylald. C*HO+HO

___________ - H' ___________ ±PJL___

Formylaldehyd OHO+HO Ameisensäurehydrat C 2 H0 3 +HO.

Auf kurzem Wege stellt man die Ameisensäure (nach Liebig) durch

Destillation eines Gemisches aus 1 Th. Stärke, 4 Th. Braunstein und