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Pflanze ist, und weitere Hyoscyamusarten nicht vorkommen.Alle Theile der Pflanze sind narkotisch, die Samen (vergl.Sem. Hyosci/ami) am meisten. Höchste Gabe 6 Gran.
Die narkotisclien Arineistoffle gehören dem Pflanzen-reiche an. Unter den Papaveraceen, Solaneen, Umbelliferen, Kompo-siten finden wir die für uns wichtigsten narkotischen Gewächse. Dietherapeutische Anwendung derselben ist sehr allgemein und von über-aus grosser Wichtigkeit Im Allgemeinen geben die Aerzte den nar-kotischen Arzneikörpern den ersten Rang unter den anderen Arznei-stoffen. Diese Bemerkung h/er an diesem Orte hat den Zweck dieAufmerksamkeit der Apotheker auf diese Arzneikörper in Sonderheitzu lenken, damit sie beim Einsammeln, Trocknen und den weiterenZubereitungen, Aufbewahren etc. alle Achtsamkeit und Akkuratesseverwenden, um zu jeder Zeit dem Verlangen des Arztes, welcher je-des Narkoticum in ungeschwächter Wirkung und von bester Beschaf-fenheit verlangt, nachkommen zu können. Es unterliegt gar keinemZweifel, dass es die Pflicht des Apothekers ist, die narkotischen'Kräu-ter und ihre Theile selbst einsammeln zu lassen, wenn dieselben umseinen Wohnort wildwachsend angetroffen werden, oder sie allenFalls nur von anderen gewissenhaften Collegen zu beziehen. Die ein-gesammelten narkotischen Kräuter werden am besten an einem lufti-gen schattigen trocknen Orte, z. B. auf dem Hausboden, in 3 bis 4Tagen oder so schnell als möglich übertrocknet und dann in dünnenLagen ausgebreitet im Trockenofen oder an einem anderen passen-den Orte, dessen Temperatur 35° C. nicht überschreiten darf, ausge-trocknet, von allem Staube durch Absieben befreit, an einem trock-nen Tage geschnitten oder gepulvert und alsbald in trocknen Gläsern,Flaschen, welche mit guten Korken und Tektur verschlossen werden,an einem schattigen Orte (in Schränken) aufbewahrt. Beim Einsam-meln vermeide man, die Pflanzen in dichten Haufen übereinander zuschütten und länger liegen zu lassen, damit sie nicht in Gährungübergehen. Es ist die Ansicht geltend gemacht worden, dass dienarkotischen Kräuter nur ein Jahr lang sich wirksam erhalten unddaher jährlich der Vorrath durch frische ersetzt werden müsse. Frü-her, als man in der Aufbewahrung dieser Vegetabilien sehr lau undoberflächlich war, war dies ein nothwendiges Erforderniss. Jederbrave Apotheker wird jedes Frühjahr die Beschaffenheit seiner nar-kotischen Pflanzenvorräthe mustern und neue frische Vorräthe an-schaffen, es wäre aber unverständig, die alten wegzuwerfen, wenndiese in Geruch, Geschmack und Ansehn bei guter Aufbewahrungnichts zu wünschen übrig lassen. Der Verbrauch ist verschieden,so dass der frische Vorrath oft nicht ausreicht und es dann bessersein dürfte, das 1 Jahre alte, gut beschaffene Vegetabil zu dispensi-ren, als das von Droguisten bezogene. Ueberdiess hat die Witterungs-beschaffenheit der Jahre jeden Falls einen grossen Einfluss auf diemedicinische Beschaffenheit der narkotischen Vegetabilien. So hat