Druckschrift 
1 (1855)
Entstehung
Seite
947
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

947 -

kannter Flächen oder eines dem Recepte beigegebenen Papierblaüesvom Arzte angegeben. Bezeichnungen dieser Art sind: extende (te-nuilcr, crassc) supra corium etc. magnüudine (et forma) pollicum qua-tratorum (Q), chartae lusoriae, thaleri, palmae, plagulae chartae (Bogen),chartae allalae, offixae, appositae, magnitudinc et forma hac, Wenn diöForm und Grösse des Pflasters oder eine geeignete Abbildung demRecepte beigegeben ist Nach Vorschrift der Ph. Hamb. soll dasPflaster nur auf Leinwand, wenn nicht besonders Taffent oder Ledervorgeschrieben ist, ausgestrichen werden. Ferner sollen durchschnitt-lich auf eine Fläche von 1 Elle Länge und 8 Zoll Breite ungefähr 1Unz Empl adhaesicutn zum Bestreichen ausreichen. Im (Jebrigen wirdauf eine Fläche in der Ausdehnung von

6 Quadrat-Zoll . . . . £ Unz. des vorgeschrieb. Pflasters

8|10

zum Ausstreichen als nöthig erachtet.

6 Drachm. 4

1 Unz. ,

1* Unz. , ,

^ Unz. Empl. Canth. pnrp.

Die gebräuchlichsten Pflaster-formen und Grössen nebst Angabe der zum Ausstreichen erforderli-chen P/lastermengen sind auf den beigefügten Tafeln A und B theilsnach den Angaben der Ph. Hamb , theils nach dem üblichen Gebrau-che in anderen Gegenden Nord-Deutschlands abgebildet und bezeichnet.Die Arbeit des Pflasterstreichens wird sehr erleichtert durch An-wendung von Schablonen aus starkem und verzinntem Eisenblech,welche man sich ungefähr in der Grösse der angegebenen Flächenanfertigen lässt. Die Sihablone wird auf die Leinwand oder das Le-der fest angedrückt, mit der gehörigen Lage Pflaster ausgefüllt unddann behutsam wieder abgenommen.

Zum Streichen der Pflaster gebraucht man entweder Spatel, zumAusstreichen über grosse Flächen auch wohl Pflasterstreichmaschi-nen. Der Pflasterspatel ist entweder ) förmig gebogen, und so stark,dass er sich nicht leicht biegt, wenn \ man ihn zum Ausstreichen der-ber und erweichter Pflaster gebraucht, oder er hat die Form einesstumpfen Messers, mitschwacher und biegsa-mer Klinge. Dieses letz-tere, auch Pflasterstreich-messer genannt, wird zum Ausstreichen geschmolzener Pflastermas-sen benutzt. Es besteht aus gutem Stahl, ist stumpfschneidig, durch-weg gleich dick und sehr biegsam. Die Pflasterstreichmaschine(Tafel B) besteht aus einem glatten ebenen Brette, auf welchem 2 ei-serne Stäbe b, an der oberen Hälfte mit gleichem Schraubengewindeversehen, senkrecht befestigt sind. Diese Stäbe gehen lose durchdie Ansetze des Streichmessers o. Darüber sind Schraubenmuttern ccaufgesetzt, welche beim Anziehen das Streichmesser abwärts drücken.

60*