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1 (1855)
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stumpfe, aussen hellpurpurrothe Beeren, welche ein saftiges,blutrothes, angenehm sauerschmeckendes Zellgewebe undflache kleinrunzelige steinige Samen enthalten. Ihre Säurebesteht in Aepfelsäure und Citronensäure. Der gegohreneSaft wird zu einem Syrup gekocht.

In den Holzzellen der Berberitze findet sich eine Pflanzenbase,das Berberin, Berberinum, welches an Columbosäure gebundenauch in der Columbowurzel vorhanden ist. Seine Formel ist C 4aH 18 N0 9 -r-'2HO Es ist für sich und als Chlorid als Arzneimittel inAnwendung gekommen. Zum Färben der Seidenzeuge wird es gleich-falls benutzt. Zu seiner Darstellung wird das durch starkes Kochenmit Wasser aus der im Spätsommer gesammelten Wurzelrinde ge-wonnene Extrakt von Musskonsistenz in einem Kolben mit der 10 bis12fachen Gewichtsmenge höchstrektif. Weingeist bei 50 bis 60° C. di-gerirt, der Weingeist noch warm in einen anderen Kolben abgegos-sen, mit 1^ Th. Wasser vermischt, der Weingeist bis auf einen Rück-stand von 3 Th. abdestillirt, worauf man diesen Rückstand in einpassendes Gefäss mit weiter Oeffnung giesst. Nach einigen Tagenwerden die gelben Berberinkrystalle auf einem leinenen Kolatoriumgesammelt, ausgepresst und dann bei gelinder Wärme getrocknet.Es ist bei mittlerer Temperatur in Wasser schwer löslich. DurchSättigen mit Chlorwasserstoffsäure und Krystallisiren erhält man dasBerberinum muriaticum. Das Berberin ist nicht mit dem Bebee-rinum (Sipeerin), einem Alkaloid aus der Nectandra Rodiei, zu verwech-seln, welches an Geschmack und Wirkung dem Chinin sehr ähnlichist. Ein anderes Alkaloid in der Wurzelrinde der Berberitze ist dasOxyakanthin oder Berbin, Oxyacanthinum s. Berbinum, welchesdem Chinin ähnliche Wirkungen hat und auch als Medikament be-nutzt worden ist. Man gewinnt es durch Fällen mittelst kohlensau-ren Natrons aus der von den Berberinkrystallen befreiten Mutterlauge,Auswaschen des Niederschlages mit Wasser, Trocknen desselben imWasserbade, und Ausziehen des trocknen Pulvers mit absolutem Aether.

In neuerer Zeit ist ein berberinhaltiges Extrakt, Rusot, ExtractumLycii Rusot, als Fiebermittel in den Handel gekommen.

Baccae Jimiperi.

Baies de Genievre; Juniper-berries; Wachholderbeeren.

Ph. Bor. Reife, schwarze, kugelförmige, an der Spitze mitdrei Hervorragungen, [Ueberbleibseln der BrakteenT) ge-zeichnete beerenartige Scheinfrüchte, mit einem saftlosenMarke, welches ungefähr drei Samennüsse enthält, vonsüsslichem Geschmacke und gewürzhaften Gerüche.

Ph. Hamb., Haim., Sax., 8L Uols.