sehe in sofern einen Platz in der vordersten Reihe, alssie eine neue Pharmakopoe ist und sie einige neueErfahrungen der pharmaceutischen Laborationskunstaufgenommen hat. Die Sächsische Pharmakopoe, welcheüberall eine üebereinstimmung mit Pharmakopoen derNachbarschalt zu vermeiden sucht nnd somit gleichsameine Originalität beansprucht, leistet der Praxis undTheorie nicht immer Genüge. Die Schleswig-Holstein-sche Pharmakopoe hat viel Aehnlichkeit mit der 5.Auflage der Pharm. Borus., ist aber mit Vorschriftenund Bemerkungen, welche man im Codex medicam.Hamb. und der Pharm. Hassiae antrifft, bereichert. DieHannoversche Pharmakopoe bietet keine Originalität,wenn man von den Bemerkungen über medicinischeWirkung, Gebrauch und Dosis eines jeden aufgenomme-nen Medicinstoffes absteht. Dieser therapeutische Theillag dem Zwecke des vorliegenden Werkes zu fern, alsdass er in diesem eine Berücksichtigung und Aufnahmehätte finden können.
Bei Bearbeitung des vorliegenden Kommentars stellteich mir die Aufgabe, nicht eine Kritik zu liefern, sondernmeinen Fachgenossen, in Sonderheit denen in Nord-deutschland ein brauchbares Hand-und Lehrbuch zu über-geben. Dieser Aufgabe zu genügen habe ich daher mitBenutzung der neuesten Forschungen und Erfahrungenund gerüstet mit den Erfahrungen einer eigenen 23jährigenpharmaceutischen Praxis möglichst alle Theile des phar-maceutischen Geschäftsbetriebes in die Bearbeitung hin-eingezogen und neben den nothwendigen theoretischenErklärungen nicht allein die Darstellungsweisen derpharmaceutischen Präparate erläutert, sondern auchdem Bemerkens werthesten für Receptirkunst, Hand-verkauf, Einsammeln, Trocknen, Aufbewahren, Prüfungder Arzneikörper, über Verwechselungen und Verfäl-