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man das Silbersalz auf diese Weise nicht, uud da andererseits bei derAnwendung völlig reiner Materialien die Krystallisation als ein Reini-gungsmittel keinen Werth besitzt, und die Substanz auch nicht in Kry-stallen dispensirt wird, so wäre es gerathener, die solchergestalt erhal-tenen gesoggten Krystalle vorsichtig bis zum Schmelzen zu erhitzen,wobei jeder Ueberschuss von Salpetersäure entweicht, sich aber häufigetwas Silberoxyd abscheidet, die geschmolzene Masse in Wasser zulösen, über Asbest zu filtriren und hierauf die Lösung vollständig zurTrockne zu verdunsten, in welchem Falle man völlig neutrales, sal-petersaures-Silberoxyd erhielte. Das salpetersaure Silberoxyd krystallisirtin Gseitigen Tafeln ohne Krystallwasser, löst sich in 1 Theile kalten Was-sers, und 4 Theilen kochenden Alkohols zu einer neutral reagirenden,farblosen Lösung, welche durch Salzsäure und alle löslichen Chloridein weissen käsigen, in Ammoniak leicht, in Salpetersäure unlöslichenFlocken, durch chromsaure Salze bräunlich roth, durch fixe Alkalienbraunschwarz, durch Schwefelwasserstoff schwarz, durch arseniksaureSalze citronengelb, durch dreibasisch phosphorsaure Salze eigelb, durcharsensaure Salze zimmtbraun gefällt wird, und beim Vermischen mitAmmoniak klar bleiben, aber beim Kochen der amoniakalischen Flüssig-keit auf den Zusatz einiger Tropfen von Aldehyd oder Rautenöl, einenMetallspiegel von reduzirtem Silber an den Wänden des Kochröhrchensabscheiden muss. Das salpetersaure Silberoxyd zersetzt sich durchausnicht am Lichte, es ist daher nicht nöthig, es für sich in schwarzenGläsern aufzubewahren oder zu dispensiren. Die meisten organischenSubstanzen, die Kohlenhydrate, Gerbstoffe, Aldehyde, ätherischen Oeleund Eiweisskörper, so wie die allermeisten Pigmente und Extractivstoffe, jaselbst der gewöhnliche Staub, vor dem es daher sehr geschützt werdenmuss, veranlassen eine rasche, vom Lichte zwar beschleunigte aber auchim Dunklen unaufhaltsam fortschreitende Schwärzung und Reduktion desSilbersalzes. Ebenso wird auch das Silber durch alle positiveren Metalle,durch Arsenwasserstoff, Tellur und Phosphor aus seinen Lösungenregulinisch gefällt. Auf thierischen Geweben erzeugt der Silbersalpe-ter weisse, trockene Schorfe, die sowohl Silberoxyd- als Salpetersäure-Verbindungen der Eiweisskörper und ihrer Abkömmlinge darstellen,ausser den Bereich vitaler Vorgänge getreten sind, trocken abfallenund eine in einem aktiven Entzündungswalle eingeschlossene blühendeGranulation voll kräftigen Heiltriebs zurücklassen. Die topische Wir-kung des Silbersalpeters von der leisesten Reizung bis zur Gewebezerstörenden Aetzung, lässt sich je nach der Concentration der Lösungmit Leichtigkeit experimentell studiren. Breitet man die Schwimmhauteines lebenden und fixirt gehaltenen Frosches so auf dem Objekt-glase eines guten Mikroskopes aus , dass die Circulationsprozesse in denCapillarreisern zur Anschauung kommen, und nähert man an zweiStellen der Membran eine glühende Kohle in gleichem Grade, sodass eben der Beginn der Verbrennung des ersten Grades droht undauf den Reiz ein Ausschlag der organischen Reaktion sichtbar wird,
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