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Stärke wird abgeschieden. Nimmt man durch Jod gebläuten Kleisternur kurze Zeit über in den Mund so ist er entfärbt, und geniesstman Stärke und unmittelbar darauf eine verdünnte Jodlösung underregt durch mechanische Reizung des Schlundkopfs künstliches Er-brechen , so sind die erbrochenen Massen nichts destoweniger nichtblau, wie ich wiederholt an mir und Thieren durch das Experimentbestätigte. Die Jodkur liesse sich getrost mit der famosen Semmelkurvereinigen. Geniesstein Kranker Quesneville's Präparat, so verdaut er dieStärke gleich als geniesse er Mehlbrei und resorbirt das Jod, das alsHaloidsalz seinen Organismus durchdringt und in alle Se- und Ex-crete übertritt, gleich als hätte er Jodkalium genommen; weil nunNiemand den Nahrwerth der Stärke in dem Präparate hoch anschla-gen wird, so ist es klar, dass es ebenso vernünftig ist, Jodkaliumallein zu 1 eichen, wie es denn überhaupt nur zwei rationelle Jodprä-parate gibt, Jodkalium für die intestinale und Jodtinctur oder Jod-ammonium für die en- und epidermatischc Applikation.
Auch in Bezug auf den alimentären Nutzeffekt sind die einfacheninländischen Stärkesorten gleichwertig mit den ausländischen trotzihren sequipedalcn haarsträubenden Namen. Zu Gunsten des Arrow-root liesse sich behufs leichterer Assimilirbarkeit und Verdaulichkeit ausdem Umstände plaidiren, dass es mit siedendem Wasser einen schleimi-gen , durchsichtigen Kleister bilde , während die Weizenstärke einenzäheren und 'trüberen liefert; einerseits ist in dieser Hinsicht die inlän-dische Kartoffelstärke dem Arrowroot ganz ebenbürtig, andererseits hatmich das Experiment belehrt, dass dieser Schluss von der Dünnflüssig-keit des Kleisters auf die Verdaulichkeit ein ganz falscher sei: voneiner Reihe von Stärkeproben unter ganz gleichen Verhältnissen wurdebei mehrfacher Wiederholung des Versuches als konstantes Resultatdie Roggenstärke zuerst, dann die Weizen-, die Erbsen- und Bohnen-,die Linsen-, Kartoffel- und Fisolenstärke, dann erst das Arrowroot,und zuletzt fast gleichzeitig Mais und Reis durch gewöhnlichen Mund-speichel in Zucker überführt, was durch die Trommersche Probe mithöchster Empfindlichkeit angezeigt, und wie ich glaube, als ein relati-ves Maass ihrer Verdaulichkeit betrachtet werden konnte. Was diePharmakopoe zum Unterschiede des Arrowroot von der Kartoffelstärkeangibt, dass letztere mit Salzsäure verrührt nach dem Verdünnen mitWasser Wickengeruch entwickle, dünkt mir entschieden falsch, es seidenn, dass überhaupt in unserem solidesten Droguenhande] kein echtesArrowroot vorkomme, denn alle mir zugänglichen Proben dieser Dro-gue, deren Aechtheit mir verbürgt ward, gaben diesen verpöntenWickengeruch mit Salzsäure weit stärker als ich ihn je bei inländischerKartoffelstärke zu bemerken vermochte.