Druckschrift 
1 (1860)
Entstehung
Seite
150
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

150

zeiitischen Ökonomie, und der Gyps, den sie darstellen, ist bei sei-ner Allgegenwart im Trinkwasser selbst für den rigorosesten The-rapeuten und eingefleischtesten Homöopathen ein so unschädlichesNichts, dass es der Pharmakopoe mit ihrem allgemeinen Ausspruche„sie sei frei von Schwefelsäur e und Kalk," wohl schwer-lich ernst gewesen sein konnte.

Es ist dies wahrscheinlich ein rhetorischer Augmentativ fürdie mildere und billige Vorschrift: Die officinelle Weinsäure seinicht so beträchtlich mit Schwefelsäure und Kalk verunreinigt, dasErstere hygroskopische, schwitzende, nässende, und Letztererschmutzige, bröckliche, unvollendete und verworrene Krystalleveranlasse. Jedenfalls wird man die Schwefelsäure, wie gewöhn-lich, mit salzsaurer Chlorbaryumlösung, und den Kalkgehalt durchFällen der salzsauren Aschenlösung der verbrannten Weinsäuremittelst einer essigsauren Kleesalzlösung ermitteln. Übrigens wärees in allen derartigen Fällen sehr wünschenswerth, dass die Phar-makopoe eine numerische Gränze der tolerirten, in Spuren unver-meidlichen Verunreinigungen normirte, es wäre dadurch einerseitsjede unangenehme Collision mit der Technik, Ökonomie und demgesunden Menschenverstände vermieden und andrerseits auch jedemBetrüge und jeder sträflichen Nachlässigkeit ein unübersteiglicherDamm entgegengestellt.