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Diese in Obigem vorgeschriebene Bereitung der reinen Säureist so klar, dass sie kaum eines Kommentars bedarf. Bei derSpeisung der Retorte wird man jede Beschmutzung des Retorten-halses strenge vermeiden müssen, um die spätere Verunreinigungdes Destillats, das diesen Hals passiren muss, zu verhüthen. Manerreicht dies am zweckmässigsten mittelst eines langen, weitenTrichterrohrs, das durch einen zweiten, unmittelbar im Retorten-halse steckenden Röhrenmantel umgeben ist, aus welchem eswährend des Einfüllens von Salpeter und roher Säure hervorragtund in den es, nach Beendigung dieses Geschäftes zurückgezogenund mit ihm zugleich entfernt werden kann. Der Retortenhalswird unmittelbar in den Hals der Vorlage eingeschoben, jederKitt, Kork und andere organische Substanzen sind wegen mög-licher Verunreinigung der Salpetersäure völlig zu meiden. DieKühlung der Vorlage wird durch ununterbrochen auffliessendeskaltes Wasser hergestellt. Die Destillation kann auf dem Kohlen-feuer eines Windofens vor sich gehen, nur muss der Boden derRetorte durch ein Drahtnetz, und der Bauch derselben durcheinen ringförmigen Thonaufsatz vor kalter Luft geschützt werden:die Anwendung des Lieb ig'sehen Kühlrohrs fordert die bereitseinmal besprochenen Abänderungen. Die Destillation selbst kannfast bis zur Trockniss des Retortenrückstandes fortgesetzt werden ;denn ist auch die rohe Säure schwefelsäur ehältig, so hat man einÜbergehen dieser Letztem nie zu befürchten, da der Salpeterzusatzmit dem etwaigen Schwefelsäuregehalte sich in schwefelsauresKali und freie Salpetersäure umsetzt. Beobachtet man die frühererwähnten Vorsichtsmassregeln zur Vermeidung jeder Besudlungdes Retortenhalses, und verhüthet man durch sorgfältige Beaufsich-tigung der Destillation jedes Ueberspritzen, so hat man einen verun-reinigenden Salzgehalt der rektifizirten Säure nie zu befürchten.Der missliche Umstand ist der Chlorgehalt der zur Destillationbenützten Rohstoffe ; annähernd kann man seine Nachtheile eludiren,wenn man das zur Destillation fertige Gemisch ohne Vorlagemassig erwärmt, wobei in Folge der grossen Stärke der rohenSalpetersäure fast alle enthaltene Salzsäure oxydirt und in freiesChlor oder die Stickoxyd-Chlorungen (Königswasser) verwandeltwird, welche schon bei massiger Wärme verdampfen. Entfernt mannun noch durch Wechseln der Vorlage das erste Fünftheil desDestillats, so kann man so ziemlich der Chlorfreiheit der nachfol-
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