zu machen sich veranlasst fand. Die Aenderungen gegen dieVorschrift von 1836 sind nicht sehr erheblich; die Herba Abro-tani ist weggelassen, die Pfeffermünze ist an die Stelle derKrausemünze getreten, die Macerationsdauer von 12 auf 4Tage gesunken und im Bezug auf die fünf ersten Ingredienzenist eine Gewichtsvermehrung von 4 Drachmen eingetreten. DieseReformen sind nicht so grundsätzlich, dass die wissenschaftlicheKritik dieses Präparat zu würdigen hätte. Es ist kaum nöthig zuerwähnen, dass die vielen möglichen Varianten der vorhandenenBestandtheile auch wirklich von andern Pharmakopoeen ins Werkgesetzt sind, so dass wir in der preussischen Pharmakopoe Zitt-wer, in der sächsischen Cedoar, Allantwurzel, Citronenschalen,Wachholderbeercn, Radix Imperatoriaj und Herba Scordii er-scheinen sehen. Der Zusatz der konzentrirten Essigsäure ist ambesten geeignet, die dem Präparate meist fehlende Haltbarkeitzu erzielen. Erwärmung der Colatur vor dem Kampferzusatzwürde wohl eine gewisse Verarmung des Präparates an flüchtigenStoffen, aber auch eine grössere Dauerhaftigkeit zur Folge haben,weil durch die dabei erfolgende Gerinnung des Pflanzeneiweissesdas gefährlichste Ferment aller späteren Gährungen und Zerset-zungen hinweggenommen würde. Die kleine Menge des gestatte-ten Alkohols kann nur für die Lösung des Kampfers, nicht aberauf Haltbarkeit des Präparates von Einfluss sein. Vor Allem hatman sich vor einem schaalen (kahmigen) Essig zu hüten, weilein solches Präparat unwiderruflich und bald zu Grunde geht.Die näheren, chemischen Bestandtheile des aromatischen Essigssind: Wasser, Essigsäure, Weingeist, Kampfer und die ätherischenOele der angewandten Pflanzen, Spuren von Benzoesäure, Schwe-felallyl, Gerbstoff, Bitter- und Extractivstoffe. Ein völlig gleich-werthiges und haltbares Präparat erhielte man, wenn man 3 Drach-men Kampfer in einer Unze Spiritus reeiiieatissimi löste, dieserLösung einen Tropfen Lauchöl, einen Tropfen Zimmt- und Nel-kenöl und je zwei Tropfen Pfeffermünzen und Rautenöl zusetzte,dieses Gemisch mit 10 Unzen konzentrirter Essigsäure vermengte undnunmehr so viel Wasser zugösse, als ohne Trübung vertragen wird.Besser ist es allerdings, sich dieser planlosen Komposition zu ent-schlagen, für die in therapeutischer Beziehung kein einziges, stich-hältiges Experiment, sondern nur der Volksglaube in die Schran-ken tritt, der ihr als Wasch- und Räucherungsmittel die Prophy-
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