?
— 779 —
ten Fraktionirung noch übergehende Antheil die entsprechendeStärke hat, um dem vorher übergegangenen Weingeiste noch zu-gemischt werden zu können oder zum nachfolgenden Destillalions-Edukte gehört, wie überhaupt nach geendigter Operation dieReguliruug des Weingeistes dem vorgeschriebenen spec. Gewichtegemäß vorzunehmen ist, was, um solches leicht zu bewerkstelligen,nähere Kenntuiß der Aräometrie voraussetzt (man sehe Pharma-ceutische Chemie, 1. Band, S- 286 und 2. Band, S. 1222);wenn das zuletzt sich verdichtende Fluidum bedeutend schwach ist,läßt man das Feuer ausgehen und verwendet den noch über-gehenden , meist minder reinen Autheil zu Bereitung von alkoho-lischen Extrakten.
Der Weingeist von 0,830 spec. Gewicht wird unter derBezeichnung: 8plritu8 vini reLNliLilNzzjniuz, jener von 0,850als Lpiritu» vini reeliüciNu«, jener von 0,910 Eigenschwereaber als Lpiriw» vini vulgaris aufbewahrt.
Erklärung, Wie früher angegeben, enthält der käuflicheWeingeist in der Regel sogenanntes Fuselöl, außerdem nicht seltenauch Essigsäure und durch diese etwas Metalloryd von den Appa-raten, worin er destillirt worden, aufgelöst; zuweilen enthält sol-cher auch Kümmel-- oder Anisöl, weil man die betreffenden Samender Maische zusetzt, um durch das von solche» übergehende Oelden Fuselgeruch minder bemerkbar zu machen; der Zweck dervorgeschriebenen BeHandlungsweise ist demnach dahin gerichtet,durch das Kohlenpulver das Fusel- und sonstiges Oel zu entzie-hen, da solches die schon S. 49 angeführte Eigenschaft besitzt,jenes und andere riechende Stoffe aufzunehmen, was aber nurdann vollkommen gelingt, wenn man selbes mit dem zu reini-genden Weingeiste lange genug unter steißigem Unischütteln inBerührung läßt, wornach aber solcher von dem Kohlenpulver zutrennen ist; denn wird dieses mit jenem destillirt, so wird die be-sagte Absicht im mindern Grade erreicht, da die genannten Oele,besonders bei einer raschen Destillation, mit verflüchtiget werden;ist der käufliche Weingeist stark fuselhaltig, so wird es nöthig, sol-chen zuvor mit der Hälfte Wasser zu verdünnen, da das bezüg-liche Oel bei einem großen Alkoholgehalt fester gebunden und daherauch minder wahrnehmbar ist, dagegen bei vorgenommener Ver-dünnung mehr hervortritt und dann auch leichter durch die Kohle