»
— 698 —
Rektifikation noch reiner, der wässerige Antheil aber gelegenheit-lich benutzt werden kann. — Man bekommt, je nach Beschaffen-heit der Baldrianwurzel, von I Pfund derselben 4 — 5 Granreine Säure.
Die Baldriansäure als Hydrat bildet, wie gesagt, einefarbenlose ölige, agile Flüssigkeit, von eigenthümlich durchdrin-gendem, der Wurzel gleichkommeuden Geruch und scharfen, starksauren Geschmack, besitzt ein spec. Gewicht oon 0,940, ist in 30Theilen kaltem Wasser, leichter in Alkohol löslich; sonst flüchtigund mit Basen Salze liefernd.
Die Baldriansäule wird, außer als destillirtes Baldrian-wasser, für sich nicht, wohl aber »achfolgend beschriebene Salzemedicinisch angewendet, und zwar:
baldriansaures Zinkoryd.
Selbes wird erhalten, wenn man das aus dem baldrian-sauren Natron mit verdünnter Schwefelsäure erhaltene De-stillat mit reinem frisch gefällten (gehörig ausgesüßten) kohlen-sauren Zinkoryd, S. 392) derart zusammenbringt, daß manletzteres ersterem, in einer geräumigen Glasflasche befindlich, zu-setzt, durch Schütteln so wie mäßige Erwärmung dessen Auflö-sung begünstiget, und wen» sich von demselben nichts mehr auflö-set, die Flüssigkeit alsogleich filtrirt, den auf dem Filcrum befind-lichen Rückstand, der, wenn nicht genug Wasser vorhanden war,baldriansaures Zinkoryd enthält, mit warmen Wasser aussüßt,das Fluidum in einer Porzellanschale bei gelinder, 40° N. nichterreichender Wärme abdampft, und das Salz wohl verschlossenaufbewahrt.
DaS erhaltene Salz bildet weiße, perlmutterglänzende,biegsame, fettig anzufühlende Blättchen (schnell abgedampft er-hält mau ein weißes, an die Schale fest anhängendes Pulver),von schwach eigenthümlichem Geruch und gleichem metallischenGeschmack, braucht Z0 Theile kaltes, 40 Theile heißes Wasser,dann 16 Theile kochenden Alkohol zur Auflösung; erhitzt schmelztdieses Salz, und wird dann, so wie durch mehrere Säuren :c.zersetzt.
Nach Devay ist dieses Salz ein vorzügliches Nervinum