Druckschrift 
2 (1844) Pharmaceutische Präpratenkunde als Erläuterung der in der österreichischen Pharmacopöe enthaltenen, so wie der sonst noch am meisten gebräuchlichen, besonders der neuesten zubereiteten Arzneimittel
Entstehung
Seite
689
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

689

conceutrirter Schwefelsäure 2 Pfund,Wasser 16 Pfund übergössen und unter öfteremUmrühren mit einer hölzernen Spatel 24 Stunden hindurch di»gerirt. Die saure Flüssigkeit werde ob>, auf den Rückstand dienöthige Menge Wasser aufgegossen, umgerührt, dann durchAuspressen zwischen hölzernen Preßplatten abgesondert, wasso oft wiederholt wird, bis das zuletzt aufgegossene Wasser nichtmehr sauer wird; sämmtliche erhaltenen, zusammengemischten undfiltrirten sauren Fluida werden in einem zinnernen oder silbernenGefäße bis auf ungefähr 6 Pfund Flüssigkeit abgedampft, nachdem Erkalten neuerdings filtrirt und weiters concentrirt, damitdie Säure in Krystalle anschieße, welche und so auch die durchweiters Verdunsten der Lauge erhaltenen Krystalle man durchneues Auflösen, Abdampfe» und Krystallisiren reiniget, endlichaufbewahrt.

Zu bemerken ist-. Die Kreide, welche man zu dieser Opera»tion verwendet, muß rein, insbesondere frei von Thonerde undEisen seyn, da diese Beimengungen an die Weinsäure übergehen,eben so ist reines und daher nöthigenfalltj selbst desiillirtes Was-ser anzuwenden, sonst ist nachstehender Weise zu verfahren:

In einem zinnernen oder gut verzinnten kupfernen, geräu-nn'gen Kessel wird das Wasser, dem die wohl gereinigte Kreidezugesetzt worden, bis zum Sieden erhitzt, »un unter häufigemUmrühren mit einer hölzernen Spatel der gleichfalls reine ge»pulverte Weinstein, bis kein Aufbrausen mehr wahrzunehmen,eingetragen, wenn solches der Fall, überleert man alles in einSteingutgefäß und läßt es darin erkalten, wornach man dasFluidum klar abgießt, auf den Rückstand eine verhältnißmäßigeQuantität warmes Wasser aufgießt, solches mit jenem durch Um-rühren in allseitige Berührung bringt, wieder sedimentiren läßt,und so das Aussüßen des Niederschlages noch einige Male mitimmer verminderter Wassermenge vornimmt, darauf solchen aufein dichtes, leinenes, auf ein Tenakel ausgespanntes Tuch bringt,die Flüssigkeit vollkommen abtropfen läßt, und falls sie nochmerklich salzig schmeckt, noch vollständig mit in kleinen Ouanti»täten aufgegossenem Wasser vollends auslaugt; wenn solches derFall und nichts mehr abtropft, wird die auf dem Seihetuch be-findliche noch feuchte Masse mittelst eines Silberlöffels in einPröf«ratenfunie. 44