Druckschrift 
2 (1844) Pharmaceutische Präpratenkunde als Erläuterung der in der österreichischen Pharmacopöe enthaltenen, so wie der sonst noch am meisten gebräuchlichen, besonders der neuesten zubereiteten Arzneimittel
Entstehung
Seite
687
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

687

schale gebracht, an einem mäßig warmen Oite dem freiwilligenVerdunsten des beigemengten Aelhers und Wassers überläßt, unddie zurückbleibende trockne Substanz in Glasgcfäßen aufbewahrt.

Wie S. 628 angeführt, macht die Gerbsaure einen Haupt»bestandtheil der Galläpfel aus, nebst welcher aber noch Gallus-säure, E^traktivstoff, Zucker und Salze vorhanden sind, die beiBehandlung derselben mit Wasser und Weingeist sich zugleichmit jener auflösen und eine nachfolgende Abscheidung sehr um-ständlich machen, weßhalb das von Pelouze angegebene Ver-fahren sich sehr entsprechend erweiset, das sich darauf gründet,daß wenn Galläpfelpulver mit wasserhaltigem Aethcr auf die be-schriebene Weise behandelt wird, der Gerbestoss sich vorzugsweisedes Wassers bemächtiget, und eine concentrirte Solution dessel-ben liefert, während die übrigen Stoffe theils im Aether löslich,die obere Schichte des in der Flasche angesammelten Fluidumsbilden, theils vom selben nicht aufgelöst im Trichter bleiben;wenn daher die untere schwerere Schichte noch einige Male mitdemselben Aether geschüttelt wird, so entzieht solcher jener vol-lends alle noch anhängende Gallussäure, so daß nur eine wässe-rige Solution des Gerbstoffes mit beigemengtem Aether erhaltenwird, die, wie angegeben, an einen warmen Ort gebracht,durch Verdampfen das Wasser so wie den Aether verliert undreinen Gerbestoss hinterläßt, der gehörig verfahren 35 40pCt. von den angewendeten, entsprechend beschaffenen Galläpfelnbeträgt.

Das obere ätherische Fluidum, so wie der zum Waschenjener verwendete Aether kann einer Destillation unterworfenwerden, um den Aethcr wieder zu gewinnen, während unreineGallussäure im Rückstande bleibt, die wie S. 629 angegebenbehandelt und weiter anwendbar gemacht werden kann.

Die Gerbsäure besteht aus 18 Atomen Carbon,

5 » Wasserstoff,9 » Sauerstoff,1 " Wasser, und istdemnach ein Hydrat; sonst hängt dem Präparate noch eine ge-ringe Menge Aether an, von dem es nur durch Auflösen in wenigWasser und Abdampfen mit Hilfe der Luftpumpe befreit werdenkann.