549
darstellt, welches man auch erhält, wenn man eine siedend heißeAuflösung der beiden zur Darstellung der Magnesia vorgeschrie»denen Salze zusammenmischt, und noch einige Zeit lang focht,wobei fortwährend Kohlensäure entweicht; der sich bildende Nie-derschlag fällt diesem gemäß immer reicher an Bittererdehydratcus, so daß zuletzt eine Verbindung erhalten wird, die aus 2Atomen kohlensaurer Bittererde und 1 Atom Bittererdehydrat be-sieht, woraus zu entnehmen, daß je nach dem Verfahren hierbei,nämlich je nachdem das Erhitzen kürzere oder längere Zeit hin-durch vorgenommen worden, ein Präparat von veränderlicher Zu-sammensetzung erhallen wird.
Da nun die Magnesia des Handels sich durch eine große,an solcher vorzugsweise geschätzte Lockerheit auszeichnet, aucheine mehr constaute Zusammensetzung hat, so erscheint es noth,wendig, um ein diesem sich möglichst näherndes Produkt zu erhal-ten, die Bittecsalzauslösung mit der des kohlensauren Kali, ohneAnwendung von Wärme und concentrirt zusammenzumischen, danndas Coagulum, wie angegeben, in bis oder nahe zum Sieden er-hitztes Wasser einzutragen, und nicht länger als die angegebeneZeit hindurch noch zu kochen; der so erhaltene Niederschlag bestehtdann aus 4 Atomen wasserhaltiger kohlensaurer Bittererde und1 Atom Bittererdehydrat (3 Atome Wasser enthaltend), gemengtmit mehr oder weniger jener Verbindung, die aus 3 Atomen waffer-hältiger kohlensaurer Bittererde und 1 Atom Bittererdehndratbesteht; außer diesem hat auf die Beschaffenheit des Niederschla-ges die Zeit, während welcher er mit der Flüssigkeit, woraussolcher sich abgeschieden, in Berührung blieb, nicht minder dieArt des Auösüßens und endlich das langsame oder schnellereAustrocknen wesentlichen Einfluß, demnach auch ein Anfangslocker ausgefallener Präcipitat durch nachfolgende unzweckmäßigeManipulation körnig werden kann; im Mittel mehrerer Analyser,besteht die leichte Magnesia aus
40.6 Bitter er de,
34.7 Kohlensäure,
24,7 Wasser, die minder lockere aber ans44,7 Bittererde,35,7 Kohlensäure,19,6 Wasser.