453 —
ten und mit einer Glasplatte zu bedeckenden Trichter gebracht, zufiltriren, zweckgemäß erscheint.
Die Kalilauge bildet gehörig beschaffen eine ungefärbte,außerdem gelbliche Flüssigkeit, die sich gleichsam fettig anfühlt,einen scharf ätzenden Geschmarf, dann das angegebene specifischeGewicht besitzt, stark alkalisch reagirt, und viele Stoffe, wieHarze, Schwefel, mehrere Oryde :c. aufzulösen im Stande ist,und bei 28 pCt. Kali enthält.
Sie darf nicht stark gefärbt, trübe senn, einen üblen Ge'ruch und ein geringeres specifisches Gewicht, als angegeben,besitzen; dagegen die S. 453 angegebenen Kriterien der Reinheitaushalten.
Außer der wässerigen Solution wird noch die alkoholischeAuflösung des Aetzkalis unter der Bezeichnung:
l'inotur» lixivae, l'inotura «all« tgllsli, ^I'lnoturl» »lcÄlin»»o>iz, ^Icoliu! iiot38«k>e, 8o!ut!o gloolloüc» ^>c»tl>«»ae, Kali'linkt ur, Weinsteinsalztinktur, mediciuisch angewen»der, und nach der im Anhange der österreichischen Pharmacopöeenthaltenen Vorschrift derart dargestellt, daß man
Aeh kali '/« Unze in einem erwärmten eisernenMörser zu Pulver zerstößt, dann in eine Flasche gebracht,
mit Weingeist von 0,850 spec. Gewicht 6 Unzenübergießt, unter öfterem Umschütceln digerirt, dann die fillrirte,6 Unzen im Gewichte betragende Tinktur aufbewahrt.
Die Auflösung des Aetzkalis erfolgt auch dann, wenn mansolches bloß in zerbröckeltem Zustande in eine angemessen großeFlasche gebracht, mit der vorgeschriebenen Menge Weingeistübergießt, diese verstopft uud an einem warmen Orte unteröfterem Umschülteln digerirt, dann die Flüssigkeit klar absondert.Obwohl anfangs eine einfache Lösung des Kalihydrates imWeingeist Statt findet, so erfolgt doch im Kurzem besondersdurch Wärme und Luftzutritt unterstützt, eine Reaktion des Kalisauf den Alkohol, der partiell zerlegt und daraus Essig-, dannAmeisensaure und eine besondere harzige Substanz Aldehyd-harz (man sehe pharm. Novellen, 4, Heft, S. 12) bildet,welch letztere die Flüssigkeit Anfangs gelb, dann branxroth farbi,
^