— 430 —
noch mehr Gelegenheit zur vollständigen Absorbtion gegebenwird, indem eS sämnttliche Kalkschichten durchdringen muß, chees frei entweichen kann, lim die Darstellung des Chlorkalks imgrößerem Maßstäbe vorzunehmen, sind desondere Vorrichtungennöthig, wie solche im Mitscherlich Lehrbuch der Chemie,2. Bd., S. 122; pharmaceutisches Centralblatt, 1837, S. 639und 641, besonders aber in S. Stra t in g's: Bereitung, Ver-bindungen und Anwendung des Chlors, bearbeitet von Kaiser,beschrieben und abgebildet zu finden sind.
Erklärung. Nachdem dcis Hervorgehen des Chlorsaus dem Gemenge von Kochsalz, Manganhnueroryd und Schwe-felsäure bereits S. 15 erörtert worden, kommt hier nur der Er-folg des Zusammenkommcns des besagten Gases mit dem Kalk-Hydrate zu erläutern. Wie im 1. Hefte des Neuesten aus demUmfange der Pharmacie, S. 111, dann 3. Heft, S. 77 und 79auseinandergesetzt, hat man aus dem Verhalten des Schwefels,Jods, Phosphors :c. gegen Alkalien der Analogie nach gefolgert,das Chlor veranlasse beim Zusammentreffen mit alkalischen Baseneine partielle Zersetzung derselben, so daß einestheils Sauerstoffan das Chlor überseht, damit eine besondere Same: unter-chlorige (auch chlorige) Säure genannt und diese mitdem verhältnißmäßigen Antheile Basis ein besonderes Salz bil>dend, während der übrige Antheil Chlor mit dem dadurch freigewordenen Radikale, hier also mit dem Calcium in Verbindunggeht — oder es bildet sich vermöge Wasserzersetzung (nachdemChlor auf trockenen Kalk keine Reaktion besitz.') besagte unter-chlorige Säure, dann salzsaurer Kalk, — wornach also der so-genannte Chlorkalk aus einem Gemenge von unterchlorig-saurem Kalk, danu Ca lci um ch lorid (salz sau remKalk) und freiem Kalk besteht, welche Ansicht durch dieEutdeck'ung der unterchlorigen Säure (man sehe Ehrmann'spopuläre Chemie, 1. Bd,, S. 370) Balard's eine vorzüglicheStütze erhielt; doch aus den Versuchen Millon's (I'Inztiiut^rc>. 290) scheint hervorzugehen, daß die besagte chlorige Säurekeineswegs einen Bestandtheil der sogenannten Bleichsalze aus-mache, sondern daß solche eine einfachere chemische Constitutionhaben, nämlich sie sind anzusehen als eine Verbindung von einemRadikale, Sauerstoff und Chlor mit Hudratwasser, sohin der
^>i