Druckschrift 
2 (1844) Pharmaceutische Präpratenkunde als Erläuterung der in der österreichischen Pharmacopöe enthaltenen, so wie der sonst noch am meisten gebräuchlichen, besonders der neuesten zubereiteten Arzneimittel
Entstehung
Seite
384
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

384

Zu bemerken ist: Da in der Regel in den Apotheken keinAetznatron vorräthig gehalten wird, so bereitet man sich zu obi-gem Zwecke eine Natronlauge, indem man ^/-Unze lrystallisirteSkohlensaures Natron in 50 Unzen kochendem Wasser austoset,diese Flüssigkeit mit 3 Unzen Aetzkalk, solcher früher mit dernöthigeu Menge Wasser abgelöscht, vermischt, und in einen gutbedeckten Topf oder in eine juvor erwärmte Flasche gefüllt, un-ter öfterem Umrühren oder Umschütteln etwa 24 Stunden langstehen läßt, die sich abgesonderte Lauge klar abgießt, den Rück-stand mit einer angemessenen Quantität heißem Wasser vermischt,und Alles zurAbsonderung der Flüssigkeit auf ein Filtrum bringt,welche jammtliche klare Lauge man nun in einer blanken eisernenPfanne so weit rasch abdampft, bis etwa 20 Unzen Fluidumim Rückstande sich befindet, in dieses den Goldschwefel einträgt,bis zu dessen erfolgter Auflösung im Kochen erhält, dann filtrirt,in eine Porzellanschale überleert, das Mandelöl zuseht, und beigelinder -4- 80° R. nie erreichenden Wärme unter beständigemUmrühren mit einer hölzernen Spatel so weit abdampft, bis dasGanzeSeifenconsistenz erlangt hat, d.h. sich daraus (überkühlt)ohne zu zerbröckeln oder schmierig zu senn, Pillen macheu lassen;sollte aber die Masse nach zugesetztem Mandelöl und weitererBehandlung roihgelb werden, so ist noch so viel (in Vorrathbereitete) Aetznatronlauge zuzusetzeu, bis das Ganze eine weiß-graue Beschaffenheit angenommen hat; die so gebildete Spieß-glanzseife wird nach dem Erkalten in Gefäße, die möglichst luft-dicht schließen, daher mit doppelter Blase und Papier verbunden,an einem kühlen Orte aufbewahrt.

Erklärung. Goldschwefel in erhitzte Natronlauge ein-getragen, veranlaßt vermöge seines freien Schwefelgehaltes(S. 350) eine partielle Wasserzersetzung und Bildung von uuter-schwefelig-und hydrothionsaurem Natron, welch letzteres dasAntimonsulfid dann auflöset; da jedoch nicht alles Natron ge-bunden wird, so bildet solches mit dem hinzugesetzten Qele eineSeife, welche dann mit der oben bezeichneten salzigen Schwesel-antimon-Verbindung das in Rede stehende Präparat darstellt,das aber leicht durch Einfluß der atmosphärischen Luft zersetzt,daher Antimonoryd gebadet und Schwefel frei wird; die mei-sten der übrigen Pharmacopöen lassen I Tbeil Goldschwefel in