Druckschrift 
2 (1844) Pharmaceutische Präpratenkunde als Erläuterung der in der österreichischen Pharmacopöe enthaltenen, so wie der sonst noch am meisten gebräuchlichen, besonders der neuesten zubereiteten Arzneimittel
Entstehung
Seite
337
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

337

mit 3 Theilen mit eben soviel Waffer verdünnter Salz-säure übergösse» , dann gelinde erhitzt, bis kein Schwefelwasser«stoffgas - -das gelegenheitlich, wie unter dem betreffenden Artikelangegeben, benutzt werden kann einweicht, wornach man Alleserkalten und selbst einige Tage lang ruhig stehe» läßt, die Flüs'sigkeit von dem gebildeten Bodensatze klar abgießt, mit sovieldestillirtem Wasser verdünnt, als ohne bleibende Trübung mög-lich, darauf in einer Porzellanschale nochmals erhitzt, bis keineSpur von Schwefelwasserstossgas (das sonst den später entste-henden Niederschlag mißfarbig machen würde), wie auch keinefreie Salzsäure mehr entweicht, sie nun wenn nöthig siltrirt,mit dem sechsfachen Gewichte destillirtem Wasser zusammenbringt und den gebildeten Präcipitat wie oben angegeben weiterbehandelt.

Die Salzsäure wirkt auf das Schwefelantimon derart ein,daß nach der altern Ansicht vermöge partieller Wasserzersehungdas Antimon orndirt, von der Salzsäure aufgenommen und alssaures salzsaures Antimonoxyd im vorhandenen Wasser aufgelöstbleibt, während der Schwefel an den Wasserstoff tretend, gas-förmig entweicht; nach der gegenwärtig allgemeinern Annahmebildet sich vermöge partieller Zersetzung der Salzsäure undwechselseitigen Austausches der Bestondtheile zwischen diesemAntheile und dem Spießglanze Antimonchlorid, das von derübrigen wasserhaltigen Salzsäure aufgenommen wird, dannSchwefelwasserstossgas, welches entweicht; damit die Auflösungrein und möglichst gesättiget, muß etwas Schwefelantimonunverändert im Rückstande bleiben, das Uebrige ergibt sich auSdem bereits Gesagten, eben so, daß das Verhältniß der Bestand»theile im Algarothpulver sich nicht gleich bleibt; gehörig beschaf-fen besteht es auö ungefähr 88 Antimouoxyd und 12 Antimon-chlorid.

Dasselbe bildet ein weißes, in Salzsäure lösliches, durchDigeriren mit Wasser, vollständiger aber mit kohlensaurer Na-tronsiüssigkeit reines Antimonoryd lieferndes, und in der Hitzein letzteres, dann Antimonchlorid zerfallendes Pulver, dasgegenwärtig kaum mehr medicinisch, sondern nur zur Darstel-lung des reinen AntimonoxydeS verwendet wird.Proporatenkundr. 22