Druckschrift 
2 (1844) Pharmaceutische Präpratenkunde als Erläuterung der in der österreichischen Pharmacopöe enthaltenen, so wie der sonst noch am meisten gebräuchlichen, besonders der neuesten zubereiteten Arzneimittel
Entstehung
Seite
223
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

223

bildet sich eine Verbindung von Quecksilberchlorür» Quecksilber«orndul, demnach bedarf es eines Ueberschusses des Zersetzungs«mittels/ daß aber aus gleicher Ursache nicht theilweise/ sondernauf einmal mit dem durch Wasser gehörig vertheilten Calomel inBerührung gesetzt werden muß, in welchem Falle sich dann aberwieder leicht, besonders, wenn man die Zersetzung durch Digestionunterstützen will, oder die Aehkaliflüssigkeit unverhältnißmäßiglange oder ungleichmäßig einwirken laßt, dasOrndul großentheilsin Ornd und feinzertheilteö Quecksilber, das elfterem beigemengtbleibt, zerfallt, wornach man nur ein Gemenge von Ornd-Orndulund Quecksilber erhält, weßhalb die Darstellung des in Redestehenden Präparates große Vorsicht, insbesondere die genaueBefolgung des obbeschricbenen Verfahrens, so wie die Anwendungdes auf nassem Wege bereiteten Calomelö, da dieser feiner alsder sublimirte und dann zerriebene zertheilt ist, erheischt; aberdemungeachlet wird kaum ein vollkommen rcineö, in verdünnterSalpetersäure ohne'cklassung eines weißen Pulvers löslichesQrydul erhalten, daher, um dieses Präparat nicht anderweitigfehlerhaft zu erhalten, die Operation so weit fortgesetzt, bis dasschwarze Pulver großentheils in besagter Säure sich auf»löslich erweiset, genügend erscheint. Daß das in Rede stehendePräparat kein reines Oi'noul sep, ergibt sich schon daraus, daß100 Theile Calomel Itlö Theile Produkt geben, wogegen dieRechnung 88,5 pCt. anzeigt; freilich kommt hier auch der vor»handene Wassergehalt in Anschlag.

Die preußische und französische Pharmacopöe lassen dasQuecksilberorndul auö der Mercurorydulnitratsolution darstellen,und zwar indem man derselben so lange reine Actzkalilauge zu»tropft, bis solche im Ueberschusse vorhanden; der auf diese Weisegebildete Niederschlag wird auf ein Filtrum gesammelt, gut mitheißem destiUirtcn Wasser ausgcsußt, dann an einem schattigenOrte getrocknet und aufbewahrt.

Diese Bereitungsart ist zwar leichter auszuführen, setztaber zwei wesentliche Bedingungen voraus, nämlich, daß dieQuecksilbernitratsolution nur Orydul, nicht aber zugleich Orpdenthalte, dann daß die Kalilauge frei von allem Salzgehaltesen, sonst werden auch diesem gemäß Quecksilberorndul-Verbiiidun'gen gefällt, was bei Anwendung des Calomels minder zu de»