Druckschrift 
2 (1844) Pharmaceutische Präpratenkunde als Erläuterung der in der österreichischen Pharmacopöe enthaltenen, so wie der sonst noch am meisten gebräuchlichen, besonders der neuesten zubereiteten Arzneimittel
Entstehung
Seite
72
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

72

angenehmen Geschmack besitzt, und durch mehrere Substanzeneine Zersetzung erleidet, daher sie nur mit destillirtem Wasserverdünnt nach Kopp gegen Veitstanz :c. angewendet wird.

e) ^i'^elNum c)«Ns>«enat!im.

(^snuieium »ißenti, <ü)»ni6um »i^enti, ^»^entumli^clroo^anieum, Blaustoffsilber, Silbercpanid, blau-saures Silber.

Dieses Präparat kann auf zweifache Weise dargestellt wer-den und zwar: Reines Kaliumcnanid (Cnankalium, siehe unterden Kaliumpräparaten) wird mit 6 Theilen destillirtem Wasser ineinem Fläschchen übergössen und durch Umschütteln die Auflösungdesselben bewirkt; mittlererweile die Solution des salpetersaureuSilberorndes (S. 75) mit 10 12 Theilen destillirtem Wasserverdünnt, dann nachdem solche mit einigen Tropfen reiner ver-dünnter Salpetersäure angesäuert worden, so lange unter häufigemUmrühren die Kaliilinenanid-Auflösung zugetropft, als noch einweißer Niederschlag erfolgt, wornach, besonders wenn letzterernicht ganz weiß senn sollte, noch einige Tropfen derselben Säurehinzugesetzt, darauf aber die Flüssigkeit durch Filtriren abge-sondert, der Pracipitat mit destillirtem Wasser gehörig ausge-waschen und unter den, beim Hornsilber (S. 69) angegebenenVorsichten getrocknet wird. Oder der mit destillirtem Wasserverdünnten Auflösung des salpetersauren Silberoxyd-Ammoniaks(S. 79) wird wässerige Blausäure, dann gleichfalls verdünnteSalpetersäure zugesetzt, als zur Fallung der verlangten Verbin-dung nöthig, die dann weiter wie angegeben zu behandeln ist.

Die Bildung desSilbercnanids erfolgt analoger Weise wiedie der Chlor- undIodverbindung, mit Rücksicht auf die angewen-deten Ingredienzien, nur daß bei der zweiten Darstellungsweise,in anderes Salz gebildet wird, und daß die Flüssigkeit, woraussich solches abscheidet, stets sauer seyn muß, da eS sich im über-schüssig vorhandenen Fällungsmittel wieder theilweise auflöset.

Das Silbercyanid ist ein weißes, flockiges, geruch-undgeschmackloses, in Wasser unlösliches, durch Einfluß der Luft undLicht aber dunkel werdendes Pulver, welches aber vom flüssigenAmmoniak, den löslichen Cyanoerbindungen und selbst von derconcentrirten Silbernitratsolution aufgelöst wird.