Druckschrift 
2 (1844) Pharmaceutische Präpratenkunde als Erläuterung der in der österreichischen Pharmacopöe enthaltenen, so wie der sonst noch am meisten gebräuchlichen, besonders der neuesten zubereiteten Arzneimittel
Entstehung
Seite
65
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

65

bringt, darauf das Aussüßen vollends vornimmt, endlich beieiner zuletzt bis -^80°Reaum. gesteigerten Temperatur trocknet.

Der Tiegel, den mau zur Reduction des Hornsilbers nimmt,muß feuerfest, nur zur Halste mit kohlensaurem Kali angefülltsenn; hierauf wird er bedeckt in einen gut ziehenden Windofengestellt und der Inhalt bei allmälig gesteigerter Hitze zum Schmel-zen gebracht, wornach man das Eintragen des gut getrocknetennoch heißen Hornsilbers in kleinen Portionen in die Mitte derschmelzenden Masse vornimmt, nach dessen Beendigung den Tie-gel wieder bedeckt und solchen weiter die angegebene oder auchlängere Zeit hindurch einer noch ziemlich vermehrten Hitze aussetzt,dann aber die Operation unterbricht, den Tiegel nach dem Er-kalten in ei» Gefäß, worin sich warmes Wasser befindet, bringt,das die Salzmasse auflöset, wo dann das reducirte Silber ge-sammelt, abgetrocknet und aufbewahrt wird.

Erläuterung. Kommt Silber mit wasserhaltiger Sal-petersäure zusammen, so wird es auf Kosten der letzteren oxndirt,indem selbe an jenes einen Antheil Sauerstoff abgibt, welches ge-bildete Silbcroxyd sich dann mit der übrigen Salpetersäure ver-bindet und im vorhandenen Wasser auflöset, während je nach derStatt gefundenen Einwirkung entweder Stickstofforydul oderQrnd welch letzteres in Berührung mit der Luft rothe Dämpfebildet die nämlich wegen Statt gefundener partieller Desory-dirung der Salpetersäure hervorgegangen sind, gasförmig ent-weicht; war das angewendete Silber kupfern oder bleihaltig, solöse» sich auch diese Metalle auf, nur das etwa vorhandene Goldbleibt in Form eines braunen Pulvers ungelöst zurück.

Das nun in der Flüssigkeit befindliche salpetersaure Silder-Liyd erleidet durch das hinzugesetzte Kochsalz nachfolgend angege-bene Zersetzung: Nimmt man an, die Kochsalzsolution enthaltesalzsaures Natron, so verbindet sich zuerst die Salpetersäure desSilbersalzes mit dem Natron, wornach Salzsäure und Silberorndwechselseitig Bestandtheile abgeben, und zwar verbindet sichder Sauerstoff des letzteren mit dem Wasserstoff der elfteren zuWasser, während der zweite Bestandteil jener Säure, das Chlornämlich, mit dem nun desorndirten Silber zu Silberchloridsich vereiniget, das als unlöslich zu Boden fällt und H ornsilbergenannt wird; das vorhandene falpetersaure Kupferoxno bleibt

Präparatenkunde. 5