Ausübung der Apothekcrkunst. Fünftes Buch. 555
rischm Zufallen. Es können einen Morgen um den andern,fünfStück auf einmal, drei-oder viermal hintereinander, ge«nommen, werden.
Purgtcrplllen für den Manen.
Man nimt von Rufus's Pillen einen Scrupel; Ialap«pcnharz und Weinsieinsalz, von jedem fünf Grane,- Münzen«öl, einen Tropfen: macht es mit einer hinlänglichen MengeProprietätselcrir zn fünf Pillen-
Dieses entspricht fügiich der nämlichen Absicht, als dielinkwr» s»cri», wenn dieser ihre Bitterkeit einige Patientennicht sollten vertragen können. Es macht blos eine gemäßig-te Gabe aus, und k.mn frühmorgens, allemal den zweien oderdritten Tag, drei-cdcr viermal hintereinander, genommen wer-den. Desgleichen ist es auch gut zur Beförderung der mo-natlichen Reinigung, wenn es um die Zeit genommen wird,da sie fließen soll.
kilulne t^alicas.Pillen wider die Rolik.
Man nimt von den Exduobuspillcn, ein halbes Quent-chen,' Calomel, einen halbm Scrupel; Londoner Laudanum,zween Grane; macht darans fünf Pillen.
Es erfordert große Klugheit, zu wissen, wenn in der Ko-lik das Purgiren nöthig ist. Denn manche, die von hysteri-schen Zufällen herrühren, können Puryiermittel, und so garKlystiere, schwerlich vertragen, weil der geringste Reiz Kon-vulsionen erwecket, und daher bloß Opiatmittel und schmerz-stillende Bähungen zu gebrauchen sind. In einer gallichtenKolik hingegen würden bloße Opiatmittet die Gedärme solange beruhigen, bis sie so viel ins Blut übergeführt hätten ,daß dadurch ein Fieber verursacht würde; und daher ist esnöthig, die Feuchtigkeiten durch Purgiermittel abzuführen.Da aber die peristaltische oder wurmartige Bewegung in die-ser Krankheit oft unterbrochen, wo nicht ganz umgekehret ist,und ein bloßes Purgiermittel altzustark verunruhiget, so wirddaher ganz schicklich Opium darzugesetzt, um so lange Ruhe»on Schmerzen zu verschaffen, damit das Purgiermittel, gleich-sam unvermerkt, würken, und die schädlichen Säfte unter-wärts abführen möge; welche Absicht auch durch linderndeVerdünnungsmittel stark befördert wird. So können auchin diesen Fallen, und unter solcher Behandlung, die Purgier-mittel weit stärker, als zu anderer Zeit, gegeben werden, nichtblos, weil sie die Krankheit so erfordert, sondern auch weildurchs Opium ihre Heftigkeit gemildert wird. Zur nämlichenAbsicht kann auch folgendes, welches etwas gelinder ist, ge»zeben werden.