450 Ausübung der Apothekerkunsi. Fünftes Buch.
chcn; Tauscndgüldcnkrautspitzen, eine Unze» die äussereSchale von Ccvilianischen Pomeranzen nebst ihrem Elfte,drei Stück; Safran, ein Quentchen: macht mit vier Pfun-den Anoaiusischen Weins vierzehen Tage lang einen Aufguß,schüttelt das Gesas oft um, und seihet es alsdann zum Ge»brauch durch.
Dieses ist das angenehmste Magennuttel, das einen vcr.dorbmen Appetit ungemein verbessert. Es hilft auf einewundervolle Art bei kalten Leibcsbcschaffcnheiten, und solchen,die zu Wassersuchten und Kachericn, wegen Dicklcibigteit, ge-neigt sind und Anlage haben. Der saure Pomeranzcnsaft be-nimt der Hitze und dem Geschmack der bittern Ingredienziensehr viel- Es kann zwei» bis dreimal des T^co, bei leeremMag«n, davon! getrunken werden.
Bittere« Nlagcnbier.
Man nimt Tausendgüldenkrautspißen, und RömischenWermuth, von jedem vier Hände voll; Enzianwurzel, zwoUnzen; die äussere gelbe Pomeranzenschalcnrinde, von sechsSrückcn; gröblich pulvcrisirte Spanische Angelikwurzcl, undXvmter'i, Rinde, von jedem eine Unze; thut all esizusammmin sechs bis acht Maascn.
Dieses ist ein angenehmer bitterer Trank, der sehr Herz,und Magcnsiarkend ist: gewöhnlich wird ein Glas davon alleMorgen nüchtern, oder ohngefchr eine Stunde vor Tischegenommen.
Vinum »marum pro Veiiopali«.' Bltterwein für Weinschenken.
Man nimtTansendgüldcnkrautspritzen, zwölf^audevoll:dünn geschnittene Enzianwurzel, ein Pfund; Wacholderb«'ren, anderthalb Pfund; von zwölf Stück ScvilianischenPo.meranzen die aussern Schalen, nebst ihrem Safte; Limonen-schalen und Saft, von sechs Stücken; weichet es, vierzehenoder zwanzig ?age lang, in zwanzig Maas weißen Portwein,und in vier Maas Canaricnsekt ein.
Unsere gemeinen We.inschei.kcn machen bei weitem kein sogutes Bitter, als dieses ist; obschon nichts angenehmer, heil-samer , und leichter zu machen seyn kann. Allein dieses seyhier wider das so genannte SchnapocheN' oder Appetitma-chen, frühmorgens nüchtern, woran sich manche gewöhnen,überhaupt erinnert : daß, obschon ein Gläschen, wenn derMagen durch Uebcrladung, oder sonst einen andern kränktichen Zufall, verdorben und geschwächt worden ist, durch Er