406 Ausübung bet Apothckcrkunst. Viertes Buch.
halt; es wird aber, ausser dem Mandcl-Kastor- und Leinole,kaum eins davon verfertiget, oder schwerlich jemals verschrie-ben angetroffen. Das Scnfsamenöl ist zwar neulichst vongewissen Personen sehr herausgestrichen worden, allein ohneGrund.
Oleum l.anrinum.Z.orbcrbccren«?l.
Man nimt reife und frisch eingesammelte Lorberbeeren,eine beliebige Menge; nachdem man sicgesiossen hat, kochtman sse in einer hinlänglichen Menge Wasser und preßt ihrOel herans. Das zurückgebliebene stößet man nochmals, undgiesiet, wie zuvor, heiffes Wasser o^aus, und preßt nochmals«lles, was man kann, heraus; alsdann sondert man dasOcl, das auf dem Wasser schwimmt, zum Gebrauch, tunsi«gcmas, ab.
vx^lllioclium.» Rofenessig.
Dieser wird aus vier bis fünf Theilen Rosenöl, und ei-nem Theile Essig gemacht.
Ersteres von diesen beiden ist ein sehr gemeines Arzneimit-tel in den Apotheken; letzteres aber wird nic'nüs, ausser je»desmal, wenn es verschrieben worden, sogleich fertig gemachtiwelches denn auch gar bald und leicht geschehen kann.
V. O. Oleum ^m)'F6al2!'um.
Süsst« Mandelöl.
. Man nimt eine beliebige Menge frisch getrocknete und ab-gezogener snsser Mandeln; nachdem man sie in einem marmor-nen Mörsel geflossen hat^ chut man sie in einen Canvasbcutel,und preßt nach und nach, ohne Beihülfe des Feuers, dasOcl heraus.
Dieses wird Oel aus süssen Mandeln genannt; aber un-schicklich. Denn diese Benennung scheint einen Unterschiedanzugeben zwischen dem Oele-aus süssen und aus bittern Man-deln ; da doch kein sichtlicher Unterschied Statt findet, undsie in der Aüsübungskunst, eins wie das andre, gebrauchtwerden, ausser daß, wegen der Verschiedenheit ihres Prcißes,das Bittere vorgezogen wird. Der schicklichere Name ist:süsses Oel aus Mandeln, worunter beides begriffen werdenkann Das Abziehen der Mandeln, ehe sie gepreßt werdcn,ist unnothig; indem ihre Schale nichts von sich gibt, das dasOel durch diese Behandlung verderben konnte» -