Z 5 6 Ausübung der Apothekerkunsi. Viertes Buch.
wiewohl es hauptsächlich blos in Versetzung der Ingredien«zien bestehet. Gegenwärtiges ist denningeachtet genau nachder ersten Form ablopiert, blos mit dem Unterschiede dcsÄo»senzuckcrs statt der Konserve. Ferner die Verbesserung diehier gleichfalls nach Belieben mit dem Diacodion statt desHonigs vorgenommen werden kann, ist aus vielen Ursachensehr zu billigen; und die BcweguuZsgründe zu einer solchenVeränderung müssm jedwedem, der mit diesen Materien be»kamlt ist, sogleich in Vie Augen fallen Das Ccoroium undder Diptam müssen von ihren Stengeln fein abgepflückt, undalles zusammen pulverisiret werden, ausgenommen das Gal-banum und Opium, welche erst durchgeschlagen und mit demHonig vermischt, und alsdann, die durchgesiebten Species hin-emgerühret werden müssen; und zuleht wird der Wein hinzu-gethan, nach 3wclfer« Vorschrift, in seiner Anmerkung hier-über. Manche drucken auch den Eiorax durch; allein erlaßt sich mit den übrigen zu Pulver machen, alsdann mußer aber auch um so viel mehr von seinen Unrcinigkcitcn befreietwerden, sonst fallt die Menge mangelhaft aus. Statt desRosenzuckers wird eine Unze von den Blumen mit den trock.ncn Ingredienzien zu Pulver gemacht, und statt des Zuckersum so viel mehr Honig darzugethan. Wird statt der cÄlii,^liz;!,e» Zimmet gebraucht, so wird das Arzneimittel um destobesser; sowohl weil letzterer ein weit mehr zusammenziehendesGewürz ist, als auch jene bei Zeiten der Zusammensetzungeine schleimigte Eigenschaft ertheilet, wodurch selbige vcrdirbr.Dieses Arzneimittel wird seiner Farbe wegen geschätzt, die esblos von der Bolarerde hat, als dem aller unbedeutendestenIngredienz; in so fern sie aber ein Zeichen von der Frischhcitdesselben ist, darf man sie nicht verwerfen. Denn je alierdieses Arzneimittel ist, desto schlechter; welches man aus deinVergehen der rochen Farbe abnimt; es kann aber anch durch denschwachen Geschmack desselben entdeckt werden; denn die Gewür,ze verdunsten mit der Zeit, und die Schärfe der Ingredienzien,worinne ihre zusammenziehende Eigenschaft besteher, wirddurch langes Aufbehalten in feuchter Gestalt, gelinder undsanfter für den Gaumen; wie das schon oft bei dergleichenDingen angemerkt worden ist. Man kann zwar die Farbedurch etwas frische Bolarerde wieder erneuern; allein derBetrug laßt sich durch den Geschmack entdecken. Jedermannweiß, wie häufig, und zn was für Absichten es gebraucht wird;und es ist allerdings, wenn die verschiedenen Ingredienz/l^gut ausgelcsen, und die Arznei frisch geinacht ist", ein fürm'f>liches Mittel wider allerhand Flüsse, und eine große Stär-kung für den Magen und für die Eingeweide. An seiner E/mvür.tung auf allerhand Bauchfiüsse, hat das Opium keinen gerin-.