Druckschrift 
Freywillig-Auffgesprungener Granat-Apffel, Deß Christlichen Samaritans, Oder: Auß Christlicher Lieb deß Nächsten eröffnete Gehaimbnuß, Vieler vortrefflichen, sonders-bewährten Mitteln, und Wunder-heylsamen Artzneyen, wider unterschiedliche Zuständ und Ubel deß menschlichen Leibs und Lebens : Welche mit sonderbarem Fleiß, und auff das Heyl deß Nächsten allzeit nachdencklicher Sorg, auß vieler Artzney-Erfahrner, und berühmter Leib-Arzten, oder Medicin-Dotorn lang-gepflogener Erfahrenheit
Entstehung
Seite
40
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

40

Aryne^Buch.

Wann sich ein Mensch in der Pest-Zeit beklaget / kan<man ihm ein Löffelvoll oder mehr eingeben/und darauff schwitzen lassen. In kalten Fieberndienet dieser Essig ebenfalls/ davon ein Löffel voll eingenommen / unddarauff geschwitzt/ ist vielmahls probirt werden. "

N'f.

lon allerley NW.

Den Altermes zu machen.

MImb ein Loth groblecht geflossene Alkermes-Bör/ thue sie in einMessingene Pfann/ so ein Maß halt/darauff gieß frisch Wasser/biß obenan voll ist / setze es über das Feuer / so bald es anfangtauffzusieden / so tropff nach und nach Weinstem-Oel hinein / biß und solang du siehest / daß es die höchste Scharlach-Färb bekommen hat/ sodann seyhe es durch ein saubers Tüchl in einen verglasierten Weidling/nimb 3. Loth guten rothen geflossenen Allaun/ und zerlaß ihn im frischenBrunnen-Wasser/ über ein gelinden Feuer/ wann der Allaunzergangenist' so seyhe ihn durch ein wollenes Tuch / daß fein klar wird / so danngieß von diesem Allaun-Wasser nach und nach hinein in das obige rotheScharlachfarbe Wasser / biß und so lang du siehest ein Pulver zu Boden'allen/alsdann höre auffvon diesemAllaun-Wasser hinein zu giessen/undasse diese zusammen so lang stehen/ biß sich alles auff den Boden gesetzt/'eyhe dieses Wasser/wo das Pulver auff den Boden geschlagen ist/ durchein Fließ Papier/ so bleibt das Pulver auff dem Papier llgen / damitaber die Schärffe von dem Pulver hinweg kombt/ so giesse auffdas rothein dem Papier ligende Pulver/ so lang frisch laublechts Wasser/welchessauber muß seyn/biß du nichts mehrScharffes spühren thust/dises sambtdem Papicrtrückne in einem Schatten / wie eine nasse Leber / so ist dasPulver als das Principal-Werck zu Altermes fertig / so dann nimb einSeitl Muschantzker-ZZpffel-Safft/ vom seimsten Zucker 2. Pfund / laßalle beede in einem erdenen Geschir: dick einsieden / und wann derSafft erkaltet/so thue ihn in ein MeßingenesBeck / und thue von demobigen Alkermes-Pulvcr / so noch feucht seyn muß / und rühre mit einemhö.'tzernen Stösse! so viel hinein/biß der Safft die höchste Scharlachfarbbekombt/dann es hat kein Gewisses / wie viel man nehmen muß / sondernsich nur nach der Färb zu richten/ wann er also die höchste Färb bekom-men hat / so mische auff die letzt nachfolgende Pulver hinein / Paradeyß-Holtz 3. Quintl / gelbes Sand- Holtz 6. Qumtl/Zimct 2- Loth/ prcepa-rirten l^piäiz I.3luri 6. Imntl / Corallen ein Loth / Perlen). ^uiuil /

aU-.s