Druckschrift 
Anleitung für den geringen Mann in Städten und auf dem Lande in Absicht auf seine Gesundheit
Entstehung
Seite
153
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Vom Zahnweh.

153

zen vom Anfraß, gleich den Schmerzen von Ent-zündung; diese wiederum, als Schmerzen voneinem kalten Fluße; und letztere, als Schmerzenvon scorbutischer Scharfe, behandelt. Was Wun-der also, wenn man seinen Zweck verfehlt? Selbstdie Aerzte wenden vielleicht nicht allemal Aufmerk-samkeit genug auf die Natur des Uebels; und ge-setzt sie kennen sie, so schranken sie sich doch zu sehrauf schwache Mittel ein, welche die nöthige Wür-kung nicht hervorbringen können. Rührt das Ue-bel von Entzündung her, so ist der Aderlaß daseinzige Hülfsmittel.

Es geht milden Zahnschmerzen, wie mit allenandern Krankheiten; sie haben verschiedene Ursa-chen, und wenn man diese nicht durch die rechtenMittel bestreitet, so vermehrt man das Uebel, an-statt es zu heilen.

Ich habe heftige Zahnschmerzen an dem unternKinnbacken mit einem Pflaster geheilet, das ausMehl, dem weissen von einem Ey, Brannteweinund Mastix bestand, und welches ich in dem Win-kel dieses Kinnbacken auf den Ort legte, wo manden Pulsschlag fühlet. Ich habe ebenfals über-aus heftige Kopsschmerzen durch dieses Pfla-ster gestillet, wenn ich es auf die Pulsader derSchlafe (Dünning) legte.

K 5

Da,