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2 (1859)
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Vierundvierzigstes Kapitel. Bier, Wein 253

liehe Verbindung bringt. Dies geschieht durch das Tannin. Es entstehtsogleich ein reichlicher Niederschlag, der sich übrigens auch durch Kochennicht absetzt und durch jedes Filter läuft. Man kann auch Galläpfel-pulver anwenden, doch ist seine Wirkung nicht so sicher und plötzlich.

Man legt das lOOGrm. Gläschen als Vorlage vor und destillirt 100 CC,d. h. bis an die Marke ab. Diese 100 CC. Destillat enthalten den ganzenAlkoholgehalt, wovon ich mich durch Versuche überzeugt habe, indemder Nachlauf nach den 100 CC. krystallisirte Chromaäure mit gelber Farbelöste, ohne selbst beim Erhitzen die kleinste Menge davon zu zersetzen.Nachdem die Temperatur des Destillats genau auf 14° R. gebracht ist,setzt man das aussen trockne 100 Grm. Glas auf die Wage und legtGewichte rechter Hand zu, bis Gleichgewicht eintritt. Die zugelegtenGewichte wiegt das Destillat weniger als die 100 Grin., welche auf derWage gelegen hatten. Kann man bis Milligramm aus wägen, so erhältman das speeifische Gewicht mit 5 Decimalstellen, wovon 4 zuverlässigsind. Das erhaltene speeifische Gewicht verwandelt man nach der Tabelle(Otto, a. a. (). S. '221) in Alkoholprocente nach Gewicht. Alkoholvolum-procente haben in wissenschaftlicher Untersuchung keinen Sinn und sindnur für Branntweinbrenner in der Welt. Es wäre sehr zu wünschen,wenn alle Volumaraeometer und -Tabellen vollkommen aufgegeben würden,da die Wirkung des Weingeistes zum Verbrennen, zur Aether- oder Essig-bereitung doch nur von seinem Gewichtsgehalt an Alkokol abhängig ist.Es würde dann auch das confuseste Kapitel der l'hysik, die Araeometriedes Weingeistes, einfacher werden.

Wenn durch Destillation aller Weingeist übergetrieben und ver-dichtet ist, so ist diese Art der Bestimmung seines Gehaltes durch das spe-eifische Gewicht die schärfste, welche existirt, und zugleich die einfachste.Es ist genau dieselbe, welcher sich Gilpin zur Aufstellung seiner Alko-holtafeln bedient hat. Dass man aber den Alkohol alle gewinne, kannman durch bekannte Verfahrungsarten erreichen. Das Kühlrohr mussmit einer langen Spitze in das auffangende 100 CC. Glas gehen, und dieüeffnung durch einen um die Glasröhre gehenden Kork mit einer dünnenLängskerbe, um die Luft herauszulassen, geschlossen sein. LuftdichterSchluss der Theile des Apparates und gute Abkühlung liegen in einesJeden Macht.

2) Malzextract.

An dieser Bestimmung habe ich nichts zu ändern gefunden. Diewirkliche Austrocknung ist eine sehr unsichere und langweilige Arbeit. Siekönnte wohl sicherer werden, wenn man dem syrnpartigen Rückstandeine gewogene Menge grobkörnigen Sandes zufügte und mit einem ge-wogenen Spatel umrührte. So wie aber die Sache jetzt liegt, ist esleichter und eben so sicher, sich der Balling'schen Tafel (Otto, a. a. O.S. 133) über speeifisches Gewicht und Malzextractgehalt des ausgekochtenund auf sein ursprüngliches Volum gebrachten Bieres zu bedienen.

Die Ausführung findet dann in folgender Art statt: