iS4 Sechster Abschnitt Angewandter Tlieil.
ab, lässt die letzten Tropfen durch Filtrirpapier aufsaugen und trocknetden Tiegel sammt Inhalt an einem warmen Orte. Man lässt ihn überChlorcalcium erkalten, setzt ihn rechts auf die Wage und bringt ihn mitMessingfeile ins Gleichgewicht. Jetzt nimmt man den Metallrückstandheraus, indem man ihn loskratzt und auf ein Uhrglas schüttet, möglichstBhne Verlust. Den Tiegelreinigt man mitreinem Leinen, setzt ihn auf die Wageund bestimmt seinen Gewichtsverlust durch Auflegen der kleinen Gewichte.Man erfährt so den Wer th des Gewichtes directund dureh doppelte Wägung.
Auf den Metallrest giesst man einige Tropfen reiner Salpetersäure.Etwaige Anwesenheit von Kupfer bemerkt man durch eine bläulicheFarbe, Zinn durch Bildung eines weissen Niederschlages. Man erhitztgelinde bis zur Trockne. Dann weicht man mit destillirtem Wasser auf,und giesst sorgfältig von dem Absätze ab.
Die abgegossene Flüssigkeit enthält das Blei als neutrales salpeter-saures Blei. Man setzt neutrales chromsaures Kali hinzu, bis die überste-llende Flüssigkeit deutlich gelb erscheint. Der Absatz ist chromsauresBleioxyd, einer der unlöslichsten Niederschläge, welche es giebt. Manlässt klar absetzen, giesst ab, wiederholt dies einigemal, bis die ablaufendeFlüssigkeit farblos ist. Nun wiegt man 0,5 Grm. schwefelsaures Eisen-oxydul-Ammoniak ab, fügt es zu dem Niederschlage, setzt etwas Salz-säure zu und schüttelt fleissig um. Nach wenigen Augenblicken ist voll-kommene Entfärbung, meistens auch Lösung eingetreten. Man verdünntmit Wasser und titrirt den Rest des Eisensalzes mit Chamäleon.
Aus dem Tagestitre des Chamäleons weiss man den Werth von0,5 Grm. Eisensalz in Chamäleon. Zieht man die eben verbrauchte Mengevon dem Tagestitre ab, so erhält man als Rest die CC. Chamäleon, welchedem chromsauren Blei entsprechen.
Da 2 At. Chromsäure 3 At. Sauerstoff abgeben, diese aber 6 At.Eisendoppelsalz oxydiren, so sind 3 At. Eisendoppelsalz = 1 At. Chrom-säure = 1 At. Bleioxyd oder Blei.
Demnach sind 3 X 196 oder 588 Eisensalz = 103,57 Blei,also Eisensalz X 0,17614 = metallisches Blei.
Zur Prüfung der Methode wurde folgende Analyse gemacht.
5 Grm. Zinkmännchen von Stolberg wurden in reiner Salzsäure ge-löst. Ein Rückstand war nicht sichtbar, also auch nicht zu wägen. DieLösung wurde mit einem verdünnten Chamäleon aus einer Pipette titrirt,an welcher lOOstel CC. abzulesen waren. Es wurden genau 0,0 CC.Chamäleon verbraucht.
Titre: 0,1 Grm. Eisensalz = 5,8 CC. Chamäleon. Danach sind 0,0 CG
0,9 X 0,1
= -----—----- = 0,015ol Grm. Eisensalz, und da der siebente Theil
o,8
von diesem Salze Eisen ist, gleich 0,00221 Grm. Eisen, welche in 5 Grm.
Zink enthalten waren. Dies macht 0,04-12 Proc.
5 Grm. Zink von der Sternerhütte bei Linz am Rhein, in destillir-
ter verdünnter Schwefelsäure gelöst, erforderten 2,5 CC. Chamäleon