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2 (1859)
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Sechster Abschnitt Angewandter Theil.

oxydable Modification sei. Alle mechanischen Fragen berühren zunächstnicht unser Gebiet und werden weniger berücksichtigt.

Eine vollständige chemische Analyse einer Ackererde ist eine derschwierigsten chemischen Aufgaben. Sie umfasst Bestimmungen der ver-schiedensten Art. Wir haben in dem Boden unorganische und organischeBestandtheile. Die vollständige Analyse umfasst eine Wasserbestimmung,eine Verbrennungsanalyse, eine Stickstoff bestimmung, eine Kalibestini-inung, eine PhoSphorsäurebestimmung und eine vollständige Feldspath-oder Augitanalyse. Wollte man solche Anforderungen stellen, so würdendie schwierigsten, Zeit und Mühe kostenden Arbeiten an die Erlangungeines Resultates von rein praktischem Werthe gewendet werden müssen.Es würde au Händen und Lust zu Arbeiten von solchem Umfange undsolchem beschränkten Nutzen fehlen.

Glücklicherweise bedürfen wir einer solchen vollständigen Analysenicht, um über den Werth eines Bodens ein Urtheil fällen zu können,sondern die möglichst genaue Bestimmung einzelner Bestandtheile dürfteim Allgemeinen hinreichen, dieses Ziel annähernd zu erreichen. Diehier vorzuschlagenden Wege beanspruchen nicht, allen Anforderungen zuentsprechen, sondern nur zu einer allgemein anwendbaren Formel derAnalyse des Bodens den Weg anzubahnen. Sollten die verschiedenenVersuchsstationen Deutschlands und anderer Länder sich bewogen finden,irgend eine gegebene Vorlage zu einer solchen Analyse als Basis anzu-nehmen und, auf derselben verbessernd, erweiternd fortzuschreiten, so istzu hoffen, dass bei gegenseitiger Nachgiebigkeit bald ein Verfahren alsallgemein brauchbar werde anerkannt werden, welches sich aus den über-einstimmenden Zeugnissen der meisten und bewährtesten Chemiker alssolches herausgestellt hat. Es ist ganz gleichgültig, ob man bei irgendeiner Analyse, beispielsweise das Eisen, das Jod, das Mangan, nach dereinen oder der andern Methode bestimmt habe, vorausgesetzt, dass beidegut seien. Bei der Analyse der Ackererde ist es ganz anders. DerKalk, den man aus der Ackererde mit verdünnter Salpetersäure auszieht,ist eine ganz andere Menge, als jener, den man mit concentrirter Salz :säure auszieht. Es ist deshalb nothwendig, dass wenn die Resultate ver^gleichbar sein sollen, die Methoden der Bestimmung vollkommen gleichsein müssen. Aus diesem und keinem andern Grunde ist es wünsehens-vverth, dass zuletzt alle Analysen von Bodenarten nach einer bestimmtenund vereinbarten Formel ausgeführt werden möchten.

Probeziehung.

Das erste, was eine solche Uebereinstimmung wünschenswerth macht,st die Probeziehung selbst. Betrachtet man Ackererde genauer, so sieh)man sogleich, dass sie kein homogener Körper ist, dass es also nichtgleichgültig ist, ob man dieses oder jenes Partikelchen zur Analysewähle.