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■Sechster Abschnitt. Angewandter Theil.
einen Augenblick aus dein Munde nimmt. Die ausgeatlunete Luft ver-drangt die in der Flasche enthaltene Luft vom Boden anfangend nachoben, und wenn gleich hier eine Vermischung stattfindet, so muss dochbald, da die neu hinzukommende Luft wieder ausgeathinet ist, die Flaschemit dieser Luft vollkommen gefüllt sein. Zweckmässig ist es, dieFlasche verkehrt, mit der Oeffnuug nach unten, zu halten, weil als-dann das condensirte Wasser von selbst abfliesst. Während man dieEinathmungsröhre auszieht, bläst man noch stark in die Flasche, so dassbeständig ein Strom Luft zum Halse hinaus geht. Im selben Augenblicke,wo man die Einathmungsröhre entfernt, setzt man die mit Kali-Barytgefüllte Glasröhre (Fig. 17), die mit einem die Flasche genau schlies-Fi"- 17. senden Korkstopfen und am andern Ende mit einem Kaut-schukrohr und Quetschhahn versehen ist, auf die Flascheund schliesst so die innere Luft vollkommen ab. Oelfnetman nun den Quetschhahn an dieser Röhre, so fliesst etwasAbsorptionsflüssigkeit in die Flasche und trübt sich im Augen-blick. Durch diese Absorption entsteht in der Flasche eineLuftverdiinnung, und bei einer zweiten Oeffhung des Quetseh-hahns strömt die Absorptiomilüssigkeit im Strahle in dieFlasche. Durch Umschwenken und Steheidassen bewirktman in kurzer Zeit eine vollständige Absorption der Kohlen-säure, und da die Flasche hermetisch verschlossen ist, kannman den Versuch jede beliebige Zeit stehen lassen. Bei ge-nügendem Schütteln ist die Absorption in ' 4 Stunde zuver-lässig beendigt, und man kann zur Bestimmung des kohlen-sauren Baryts übergehen. Man bereitet sich ein kleines Fil-trum auf einem mit einer Glasplatte zu bedeckenden Trichtervor, giesst den Inhalt der Flasche auf dieses Filtrum, spültmit heissem, frisch ausgekochtem Wasser nach und süss!vollständig aus, bis die ablaufende Flüssigkeit rothes Lakmus-papier nicht mehr bläut. Man löst nun den kohlensaurenBaryt in Salzsäure auf, filtrirt und verfährt wie oben bei deratmosphärischen Luft. Es ist nun wohl der Mühe werth, bei
Kalium-
lKU'iiiiiessröhro. einem neuen und so sehr abgekürzten Verl:ihren einigewirkliche Versuche zu registriren.
Eine vollgeathmete Flasche fasste 970 CC. und zeigte beim Abschlies-sen 19° Cent, bei 752 Millim. Barometerstand. Corrigiren wir die '.170 CC.von 19°'C. auf 0° C, so geben sie 906,5 CC. und von 752 Millim. auf760 Millim. 897 CC.
Der kohlensaure Baryt in Chlorbaryum verwandelt und mit schwe-felsaurem Natron im Ueberschusse zersetzt, gebrauchte 27,4 CC. Zehent-Silberlösung. Diese entsprechen 27,4 X 0,0022 = 0,06028 Grm. Koh-lensäure, und diese nehmen ein Volum von 30,651 CC. ein.
Nun ist 897 : 30,65 = 100 : 3,42.
Die ausgeathmete Luft enthielt also 3,42 Proc. kohlensaures Gas.