1G8 Sechster Abschnitt. Angewandter Theil.
soll mindestens 20 mm weit sein. Der Theil unter dem Boden neigt sichnach aussen, und ist mit einem Korke oder einer aufgeschraubten Kappegeschlossen. Es hat dies den Zweck, übergetretenes und durch Einath-men condensirtes Wasser, sowie auch nach jedem Versuche die Luftselbst wieder herauslassen zu können, ohne das Mundstück abzulösen.Die zweite oder Auslassröhre kann 10 mm Durchmesser haben. Sie wirdgebraucht, wenn man die im Gasometer enthaltene Luft durch' einenAbsorptionsapparat gehen lassen will; sonst ist diese Röhre verschlossen.Wenn man den Stopfen bei m löst, so sinkt die Glocke herunter,falls sie noch ein kleines Uebergewicht über die Gegengewichte hat. Diessoll jedoch nur sehr klein sein, um dem Ausathmenden keinen Wider-stand zu leisten. An dem weiten Rohre ist ein langes Stück Kautschuk-rohr von gleichem Durchmesser befestigt, an dessen Ende sich ein Mund-stück mit zwei Ventilen befindet. Die Ventile bestehen aus schief liegendenKautschukplättchen, und der lichte Durchmesser der Ventile ist minde-stens dem der ganzen Röhre gleich. Das eine Ventil lässt Luft ein, dasandere aus, so dass wenn eine Person das Mundstück in den Mund nimmtund die Nase schliesst, sie nothwendig alle ausgeathmete Luft in den Gaso-meter treiben muss. Um hier jeden Widerstand zu beseitigen, kann manauch im Augenblick des Einathmens in den Respirometer die Gegen-gewichte etwas vermehren, wodurch die Glocke etwas Steigkraft erhält,und die ausgeathmete Luft so vom Munde weggenommen wird. Zunächst wirdmit diesem Instrumente die Grösse der Lungenbewegung gemessen, in-dem man 4 bis 5 volle Inspirationen mit aller Kraft in den Gasometeraustreibt. Beim Ablesen des Gasometers muss das sperrende Wasserin und ausserhalb der Glocke gleich hoch stehen. Man kann dies jedes-mal leicht durch Ziehen an den Gewichten oder Drücken auf den Knopfder Glocke erreichen. Die innere Luft hat alsdann atmosphärische Span-nung. Dividirt man die Summe der ausgeathmeten Cubikcentimeter Luftdurch die Zahl der Athemzüge so erhält man die Grösse der cubischenLungenbewegung. Es ist auffallend, wie sich schon durch diese Zahlendie verschiedenen Individuen nach Geschlecht, Alter, Musculatur unter-scheiden, und zwar ganz entsprechend der Ansicht, die man von der Kör-perkraft eines Menschen durch äussere Anschauung und Umgang ge-wonnen hat. Es soll nun auch die Quantität der normal ausgeathmetenLuft ermittelt werden. Hierbei muss der Ausathmende sich einigeUebung verschaffen, damit er den ganz ungezwungenen Rhythmus seinerAthembewegungen beibehalte, und man notire die ersten Versuche liebergar nicht. Wenn er diese Uebung erlangt hat, nimmt er das Mundstückin den Mund, eine andere Person notirt den Stand einer Secundenuhrund giebt dem Athmenden ein Zeichen, dass er beginnen soll. Er hält nundie Nase zu, und athmet ganz ruhig, was am besten erreicht wird, wenner nicht an den Versuch, sondern an ganz andere Dinge denkt. Sobaldder Gasometer beinahe ganz gefüllt ist, unterbricht die leitende Personden Versuch mit einem Zeichen und mit Notirung der Zeit. Die Anzahl