Ferridcyankalium. 121
Ferridcyanzink in Salzsäure etwas löslich ist, so findet bei Gegenwart vonJodkalium und Zinkvitriol der Austausch in fortschreitender Weise statt, bisalles Ferridcyanzink in Ferrocyanzink umgesetzt ist. Hieraus ergiebt sich daspraktische Verfahren, wornach die gewogene Menge Substanz in einerreichlichen Menge Wasser gelöst und Jodkalium in Substanz zugegebenwird. Man setzt nun Salzsäure zu, bis die Säure entschieden vorwaltendist und einen Ueberschuss einer eisenfreien Zinkvitriollösung, stumpftnach einiger Zeit mit einer kalkgesättigten Lösung von zweifach kohlen-saurem Natron so weit ab, dass ein massiger Ueberschuss von letzteremSalze vorhanden ist.
Es ist nun alles Ferridcyanzink in Ferrocyanzink übergegangen undeine äquivalente Menge Jod in Freiheit gesetzt, welche auf den ausge-schiedenen Körper nicht wirkt, demnach keine Rückbildung zulässt undmit unterschwefligsaurem Natron gemessen werden kann. Man setztdemnach Stärkelösung hinzu und entfärbt mit unterschwefligsaurem Na-tron, oder man giebt von diesem einen kleinen Ueberschuss und geht mitZehent-Jodlösung rückwärts bis zur blauen Farbe.
Die vom unterschwefligsauren Natron entbläuete Flüssigkeit enthälteinen rein weissen Niederschlag (Ferrocyanzink) ohne die geringste Bei-mischung von gelb. Die Endreaction erscheint mit der grössten Schärfeund verschwindet nicht wieder.
Wenn man nicht anfangs mit Salzsäure ansäuert und rückwärts mitNatron abstumpft, so enthält der Niederschlag eine kleine Menge Ferrid-cyanzink, und die Jodbestimmung zeigt auch einen Verlust. Die Beleg-analysen wiesen den hohen Grad von Genauigkeit nach, der sich nachdiesem Verfahren erreichen lässt.
Fe,Cy 6 , 3K.
CG. S ä 0 2 , NaO.
Gefunden.
Procente.
1) 0,478 Grm.
14,51
0,4808
100,58
2) 0,9785
29,43
0,97803
99,95
3) 0,5G45
17,22
0,5G70
100,45
4) 0,182
5,492
0,18140
99,70
5) 0,2715
8,28
0,272G
100,4
M
ittel: 100,21
Es ist demnach hierdurch eine directe leicht auszuführende und sehrsichere Methode zur Bestimmung des Ferridcyankaliums gefunden.