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Vierter Abschnitt. Fällungsanalysen.
freiwerdenden Säure ist eine missliche Arbeit, da ein Ueberschuss vonkohlensaurem Natron auch Silbersalz fällt.
Sind grössere Mengen Chlor in der Lösung, so müssen dieselbenerst durch entsprechende Silbermengen entfernt werden. Der häufigsteFall ist wohl immer der, wo Phosphorsäure mit Erden und Metalloxydenin saurer Lösung vorhanden ist, und dieser entzieht sich dieser Methodeganz und gar, da in saurer Lösung kein phosphorsaures Silberoxyd ge-fällt werden kann, und bei Neutralisirung die Phosphorsäure auch mitden anderen Basen vereinigt niederfallt.
Ueberhaupt kann eine maassanalytische Bestimmung der Phosphor-säure nur stattfinden, wenn eine constante Verbindung entsteht, undwenn sich der in der Verbindung enthaltene basische Körper leicht durcheine maassanalytische Operation bestimmen lässt. Dies war bei derFällung mit Eisenoxydsalzen in einer Beziehung der Fall, da sich dasEisenoxyd mit der grössten Leichtigkeit und Schärfe bestimmen Hess.Es fehlte jedoch die gewünschte Gleichheit der Zusammensetzung.
Es gelang noch nicht, Molybdänsäure brauchbar zu machen. DerNiederschlag hat keine constante Zusammensetzung, enthält die Phos-phorsäure in einem sehr kleinen Verhältniss, und ist auch für die darinenthaltene Molybdänsäure keine Bestimmungsmethode bekannt.
Beim Durchmustern der phosphorsauren Verbindung wurde nocheinmal der phosphorsaure Kalk ins Auge gefasst, da sich der Kalk durchFällung mit Kleesäure und Bestimmung der Kleesäure durch Chamäleonbestimmen lässt.
Wenn eine c phosphorsäurehaltige Flüssigkeit mit einer ammoniaka-lischen Lösung von Chlorcalcium versetzt wird, so fällt drittelphos-phorsaurer Kalk nieder. Dieser wird ausgewaschen, in wenig Salz-oder Salpetersäure gelöst, mit kleesaurem Ammoniak versetzt undzuletzt mit Ammoniak übersättigt. Es fällt der ganze Kalkgehalt alskleesaurer nieder und die Phosphorsäure bleibt in Lösung. Der klee-saure Kalk kann (s. Thl. L, S. 185 u. 186) mit grosser Schärfe auf sei-nen Gehalt an Kleesäure durch Chamäleon bestimmt werden. Es kommtdemnach darauf an, die Phosphoi säure aus allen Verbindungen als phos-phorsauren Kalk zu fällen. Dies geschieht 1) aus der Verbindung mitAlkalien durch Fällen mit einer ammoniakhaltigen Lösung von Chlor-calcium ; 2) aus der Verbindung mit Erden und Metalloxyden durchAuflösen in Salzsäure, Versetzen mit Chlorcalcium und Sättigen mitAmmoniak; auch können manche Metallsalze mit Schwefelammoniumzersetzt und das Filtrat mit Chlorcalcium gefällt werden; 3) ausder Verbindung mit Eisenoxyd und Thonerde. Diese werden in Salz-säure gelöst, mit Ammoniak gefällt, mit Schwefelammonium digerirt undmit Chlorcalcium gefällt. Phosphorsaure Thonerde wird nicht durchSchwefelammonium zersetzt, man muss deshalb in diesem Falle erst nochmehr Eisenchlorid zusetzen, damit nur phosphorsaures Eisenoxyd ge-fällt werde.