Fünftes Capitel. Silber. 41
1 CC. Pipette einzelne Gubikcentimeter einer zehnfach verdünnten Koch-salzlösung, welche 0,5414 Grm. Kochsalz im Litre enthielt, hinzugelas-sen und nach jedem Zusatz und Beobachtung einer Trübuug ein Kreide-strich gemacht. Es mussten so 11 CC. dieser verdünnten Lösung hin-zugesetzt werden. Jeder Cubikcentimeter enthielt 0,0005414 Grm. Koch-salz, also die 11 CC. enthielten 0,0059554 Grm. s= 0,006 Grm. Koch-salz , und auf die zehnfache Menge oder das ganze Litre betrüge dasfehlende Kochsalz 0,060 Grm. und diese 0,060 Grm. sind enthalten in0,18 CC. der gesättigten Kochsalzlösung. Es ist also auf diesem Wegeohne alle Wägung und durch eine einfache Pipettirung eine normaleKochsalzlösung erzeugt worden, welcher im ganzen Litre nur 0,060 Grm.Kochsalz fehlten. Die Correction besteht also darin, dass wir statt 17 CC.jetzt 17,18 CC. gesättigter Kochsalzlösung abstechen und zum Litre ver-dünnen. Es wurde nun eine solche Mischung gemacht und 100 CC. da-von zur Lösung von 1 Grm. Silber gesetzt. Nach dem Umschüttelnwurde X CC. der zweiten Kochsalzlösung zugesetzt; es entstand keineTrübung; es wurde nun 1 CC. der zweiten Silberlösung zugesetzt, um-geschüttelt und nach dem Abklären noch 1 CC. der schwachen Silber-lösung zugesetzt. Es entstand keine Trübung. Die Flüssigkeit war alsoganz richtig.
Nachdem man die Hauptlösung oder die normale Lösung richtiggestellt hat, bereitet man sich aus dieser die Zehentlösung. UmVerwechselung zu vermeiden, ist zu bemerken, dass die normale Lösungschon etwas schwächer ist, als unsere Zehentlösung nach dem System,und dass die Zehentlösung, nach Gay-Lussac, etwas schwächer ist,als die Hundertlösung im System. Es behalten also die Benennungennormale Lösung und Zehentlösung bei den technischen Operationen einesonst nicht gewöhnliche Bedeutung, die nur für das Capitel gilt, worinsie vorkommt. Man sticht mit der Pipette 100 CC. normale Kochsalz-lösung aus, lässt sie in eine Litreflasche fliessen, und füllt diese bisan die Marke mit destillirtem Wasser an.
Bei den Analysen im System pflegen wir eine constante Menge derProbe abzuwägen und durch ungleiche Mengen der titrirten Flüssigkeitihren Gehalt zu bestimmen. Es setzt dies voraus, dass die Bürette biszur Vollendung der Analyse zu keiner anderen Analyse gebraucht wer-den kann. Bei der Silberanalyse müssen wir aus mehrfachen Gründenvon diesem Verfahren abgehen und dabei wechselnde Mengen derProbe , aber g 1 eichbleibende M engen der titrirt en Flüssig-keit nehmen.
Diese Gründe sind folgende:
1) Wenn man mehrere Analysen zugleich unternehmen will, so mussman die Bürette immer zur Disposition haben und kann sie nicht aus-schliesslich zu einer Arbeit verwenden.
•2) Die Weite einer Bürette, welche 100 CC. fassen soll, ist zu be-deutend, um ein sehr scharfes Ablesen zuzulassen.