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2 (1859)
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33
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Fünftes Capitel. Silber. 33

len ist auch das Silberoxyd mit anderen Metalloxyden vereinigt, welchemit dem chromsauren Kali Niederschläge geben und es schon deshalb aus-schliessen. Nur in den äusserst seltenen Fällen, wo neben dem Silberoxydkeine andere Basen als Alkalien vorhanden wären, Hesse es sieh anwen-den , wio etwa bei der Analyse reiner Silbersalze. So wie nun die An-zeige des chromsauren Kalis wegfällt, so muss die Abklärung der Flüs-sigkeit durch Schütteln um so vollständiger eintreten, da gegen Ende der 'Operation der Niederschlag oder die Trübung von selbst schwächerwird. Silberanalysen kommen in Menge und als Hauptarbeit in denControlbüreaus der Münzen und in den Affinirungsanstalten vor. Aus-serdem könnte jeder Silberarbeiter davon den besten Gebrauch machen,so selten dies auch vorkommt.

Wir müssen zuerst die Silberanalyse nach den Grundsätzen unseresatomistischen Systems betrachten, da wir die Zehentnormalsilberflüssig-keit auch zu anderen Zwecken der Maassanalyse gebrauchen, und da wireine entsprechende Zehentkochsalzlösung ebenfalls zur Controle derChlorbestimmung gebrauchen. Für solche, welche nur selten eine Silber-analyse zu machen haben, und für die chemischen Laboratorien techni-scher Schulen würde ich den ausschliesslichen Gebrauch der atomisti-schen Titreflüssigkeiten empfehlen, da man damit richtige Resulte erhält.Für die erwähnten Laboratorien der Münzen und Affinirungsanstalten hatdie Durchführung des Atomsystems keinen Zweck, da die Silberfällungdie einzige vorkommende maassanalytische Operation ist. Diese bedienensich deshalb empirischer Titreflüssigkeiten, welche auf die Einheit desSilbers gestellt sind.

Die bei der Bestimmung des Silbers vorkommenden Maassflüssig-keiten sind dieselben, wie bei der Chlorbestimmung, nämlich Zehent-kochsalzlösung mit 5,846 Grm. Kochsalz im Litre, und Zehentsilber-flüssigkeit mit 10,797 Grm. metallischem Silber im Litre. VorwaltendeSäure in der Silberlösung schadet bei dieser Operation nicht. Fast inallen Fällen soll das Silber im metallischen Zustande bestimmt werden.

Man wägt deshalb die Legirung, was sie in den meisten Fällenist, wie Werksilber und Münzen, im Atomverhältniss ab, nämlich i/ioo -A-t.oder 1,0797 Grm., oder was damit fast gleichbedeutend ist, 1,08 Grm.Ein für allemal kann man sich ein solches Gewicht aus Neusilberblechdarstellen, und dies zum Abwägen des Silbers benutzen. Man nennt esdas Silbergewicht. Man bringt die abgewogene Probe in eine mit Glas-stopfen versehene Flasche von 300 bis 400 CC. Inhalt, giesst 6 bis 8 CC.reiner Salpetersäure von geringer Stärke darauf und stellt das Glas aneinen warmen Ort, in ein Sand- oder Wasserbad, bis die Metalllegirunggelöst ist. Man bläst das Salpetergas mit einer Glasröhre aus der Fla-sche , und bringt dieselbe unter die mit Zehentkochsalzlösung gefüllteund 100 CC. haltende Bürette mit Quetschhahn. Man lässt die Koch-salzlösung im Strahl einlaufen, wobei sich alsbald ein dickes, weissesGerinnsel von Chlorsilber bilden wird. Man schüttelt leicht um, wo-Jlohr's Titrirbuch. 2. Abthlg. 3