252 Dritter Abschnitt. Doppelt chromsaures Kali gegen Zinnchloriir.
diesem Zustande kein Wasser, lässt sich leicht schmelzen und von allemhygroskopischen Wasser befreien; es ist im geschmolzenen Zustande sowenig Feuchtigkeit anziehend, dass man es mit grosser Sicherheit injeder beliebigen Menge abwägen kann. Zudem hat es ein hohes Atom-gewicht, dessen Grösse aus den fast übereinstimmenden Versuchen vonMoberg und Wildenstein sehr gut feststeht, und ist im gelösten Zu-stande absolut haltbar und keiner Entmischung unterworfen.
Achtundzwanzigstes Capitel.
Die Maassflüssigkeiten.
1) Die Zinnchlorürlösung.
Man stellt sich die Zinnchlorürlösung am besten aus reinem Zinndar. Feines Bancazinn erhält man überall bei Zinngiessern käuflich.Um es jedoch zu lösen, muss man es in eine feiner vertheilte Gestaltbringen. Man schmilzt in einem reinen hessischen Tiegel ein halbesoder ganzes Pfund Zinn bei gelinder Hitze ein und giesst das geschmol-zene Metall in ein hohes, mit kaltem Wasser gefülltes Gefäss tropfen-weise ein. Unter heftigem Uniherspritzen von Wasser vertheilt sich dasMetall zu einem lockeren, schwammartigen Gekräusel von Metallplätt-chen, welche in dieser Gestalt von reiner Salzsäure leicht gelöst wer-den. Man trocknet das Metall ab und bewahrt es in einem weithalsigen,gut verschlossenen Glase. Um sich die Zinnchlorürlösung zu machen,nimmt man einen Theil dieses Metalls, übergiesst es in einem Becher-glase mit reiner Salzsäure, fügt ein Stück Platinmetall oder den Deckeleines Platintiegels hinzu und erwärmt gelinde, indem man das Glas miteinem grossen Uhrglase oder einem Stücke eines zerbrochenen Kolbensbedeckt. Es ist überraschend, wie die Gegenwart des Platins die Lö-sung des Zinns befördert. Der Wasserstoff der Salzsäure wird fastganz auf dem Platin entwickelt, wenn dasselbe mit dem metallischenZinn in Berührung ist. Das Platin bleibt vollkommen rein, so dasssich die Combination von Platin und Zinn mit Salzsäure gewiss als einesehr wirksame galvanische Kette gebrauchen lässt. Schon in kalterofficineller Salzsäure, welche das Zinn allein gar nicht angreift, entwickelnsich durch Berührung mit Platin augenblicklich Wasserstoffblasen andiesem.
Das Zinnchlorür darf nicht neutral sein, sondern muss viel freieSalzsäure enthalten ; man kann deshalb die wasserhelle und klare Flüs-