Elftes Capitel. Blei. 199
300 CC. Glas bis an die Marke gefüllt, und eine halbe Stunde stehengelassen. Es hatte sich nun der Niederschlag so weit abgesetzt, dassman 100 CC. mit einer Pipette herausziehen konnte. In diesen wurde mitChamäleon die freie Kleesäure bestimmt und davon 4,3 CC. verbraucht.Diese dreimal genommen sind reducirt gleich 2,931 CC. Normalkleesäure;zieht man diese von den angewendeten 9 CC. ab, so bleiben 6,069 CC.Normalkleesäure als dasMaass des salpetersauren Bleioxyds. 6,069 mal0,16557 geben 1,00484 Grm. statt 1 Grm. salpetersaures Bleioxyd.
Eine andere Maassanalyse für Blei, welche mit Chamäleon voll-endet wird, ist von Schwarz angegeben worden. Sie besteht darin,dass das gelöste Bleisalz mit saurem chromsaurem Kali gefällt, der Nie-derschlag ausgewaschen, mit einer gemessenen oder sonstwie bestimm-ten, in jedem Falle überschüssigen Menge eines Eisenoxydulsalzes zer-setzt wird und das unzersetzte Eisenoxydulsalz mit Chamäleon gemessenwird. Es beruht diese Analyse auf den Thatsachen, dass das chrom-saure Bleioxyd die constante Zusammensetzung eines neutralen Salzeshat, und dass es von einem Eisenoxydulsalz in saurer Lösung in Chrom-oxyd, Eisenoxyd und ein neutrales Bleisalz mit der zugesetzten Säureverwandelt wird. Eine selbst ziemlich stark mit Salpetersäure und Salz-säure angesäuerste Lösung von salpetersaurem Bleioxyd wird durcheinen Ueberschuss von saurem chromsaurem Kali vollständig gefällt.Denn obgleich das chromsaure Bleioxyd von starker Salpetersäure undSalzsäure theilweise gelöst und zersetzt wird, so geschieht dies dochnicht bei einem Ueberschusse von chromsaurem Kali, wenn der Säure-überschuss von dem Kali des chromsauren Kalis gebunden werden kann.Man kann im Filtrate, selbst nach Reduction sämmtlicher Chromsäure,durch Schwefelwasserstoff nicht die mindeste Fällung von Schwefelbleierhalten, und eine abgewogene Menge salpetersaures Bleioxyd giebt beider Fällung die berechnete Menge des bei 100° C. getrockneten chrom-sauren Bleioxyds. Sogar frisch gefälltes schwefelsaures Bleioxyd wirdbei einem Ueberschuss von saurem chromsaurem Kali fast vollständigin chromsaures Bleioxyd umgesetzt. Der Niederschlag enthält 1 AtomChromsäure auf 1 Atom Bleioxyd.
Ich fand, dass die Zersetzung des chromsauren Bleioxyds durchEisenvitriollösung in verdünnter, aber stark saurer Lösung nicht so raschvor sich geht, und dass sich längere Zeit gelbes chromsaures Bleioxydabsetzte, während die überstehende Flüssigkeit reichlich Eisenoxydulenthielt. Sie kann deshalb in Genauigkeit der Hempel'schen nichtgleichgestellt werden. Bei dieser letzteren ist der zu oxydirende Kör-per, die Kleesäure, gegen freien Sauerstoff ganz unempfindlich, und derTitre des Chamäleons steht auf denselben Körper, der in dem Nieder-schlage bestimmt wird. In der Methode von Schwarz kommen zweiFlüssigkeiten von unbestimmtem Titre vor, nämlich die Eisenvitriol-lösung und das Chamäleon, und es müssen zwei Titrestellungen vor-angehen, des Chamäleons zu metallischem Eisen und der Eisenvitriol-