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Dritter Abschnitt. Chamäleon.
Drittes Capitel.
Bereitung des Chamäleons.
Dieses Salz wird nach der von Wo hl er angegebenen Methode ausBraunstein, Kalihydrat und chlorsaurem Kali bereitet. Zuerst mussman sich einen sehr reinen strahl igen Braunstein, Pyrolusit, in feinsterForin verschaffen. Beim Zusammenschmelzen der Stoffe ist es wichtig,dass nicht der Braunstein und das chlorsaure Kali sich zuerst berühren,ehe das Aetzkali dabei und innig gemengt ist, weil der Braunstein schonbei sehr niederen Temperaturen aus dem chlorsauren Kali Sauerstoffaustreibt. Es muss also zuerst las Aetzkali und das Chlorsäure Kaliinnig gemischt sein. Dies kann allerdings durch Auflösen geschehen.Weil aber das Aetzkali schon zum ersten Male mit Mühe eingedampftworden ist, so ist es zweckmässiger, eine irisch bereitete Kalilauge, vonder man durch Abdampfen einer kleinen gewogenen. Menge den Gehaltan Kalihydrat bestimmt, sogleich mit dem chlorsauren Kali und demBraunstein vermischt, zur Trockne einzudampfen und das trockene Ge-menge in einem hessischen Tiegel zu'glühen.
Was die anzuwendenden Mengen der einzelnen Stoffe betrifft, sogiebt Belouze 2 Theile Braunstein, i Theile Kalihydrat und 1 Theilchlorsaures Kali an. Gregory wendet 8 Theile Braunstein, 10 TheileKalihydrat und 7 Theile chlorsaures Kali an und ermittelte dies Ver-hältniss aus der Bedingung von 3 At. Braunstein, 3 At. Kalihydrat und1 At. chlorsaurem Kali. Dies Verhältniss giebt ein vortreffliches Prä-parat und eine sehr schöne Ausbeute.
Hat man das Aetzkali bereits in fester Form, so schmilzt man das-selbe mit dem chlorsauren Kali zusammen und fügt dann den gepulver-ten Braunstein hinzu. Durch die Bildung des mangansauren Kalis wirddas Hydratwasser des Aetzkalis disponibel und es findet ein lebhaftesKochen statt. Man rührt mit einem eisernen Spatel um. In demMaasse, als die schmelzbaren Salze, chlorsaures Kali und Kalihydrat,zerstört werden, wird die Masse bröcklich und das Geräusch von dementweichenden Wasser hört immer mehr auf. Man giebt nun etwasstärkeres Feuer, dass die Wände des Tiegels dunkelroth glühen andrührt immer um, damit nicht einzelne Theile am spitzen Ende des Tie-gels überhitzt werden. Da auch das mangansaure Kali durch sehr star-kes Glühen zersetzt wird, so ist solches zu vermeiden. Nachdem dieganze Masse schwach glüht und ein bröckliches Gemenge bildet, hebtman den Tiegel aus dem Feuer und schüttet die heisse lockere Masseaus demselben in eine kupferne Pfanne. Nach dem Erkalten würde ■ siewieder fest werden und mit Hammer und Meissel mühsam herausgenom-men werden müssen. Man kann im selben Tiegel sogleich eine zweite