Neunzehntes Capitel. Bestimmung d. Schwefelsäure im gebunden. Zust. 93
Normalsalpetersäure; es waren also 10 — 2,98 = 7,02 CC. gesättigt,welche das Maass des schwefelsauren Natrons sind. Diese mit 0,071multiplicirt, geben 0,49842 Grm. schwefelsaures Natron statt 0,5 Grm.Es fehlen also hier 0,00158 Grm.
2 Grm. geglühte Landpottasche von der Mosel wurden gelöst, mitSalzsäure übersättigt, mit 10 CC. Normalchlorbaryumlösung versetztund wie oben behandelt. Es wurden 4,17 CC. Normalsalpetersäure ge-sättigt, folglich waren 10 — 4,17 = 5,83 CC. zersetzt. Diese mit0,08711 multiplicirt, geben 0,5078 Grm. = 25,39 Proc. schwefelsau-res Kali.
Eine zweite Analyse derselben Pottasche gab 25,1 Proc. schwefel-saures Kali.
Um die Schwefelsäure in solchen Salzen zu bestimmen, deren Ba-sen mit Kohlensäure unlösliche Verbindungen geben, muss die Basiserst mit kohlensaurem Natron gefällt werden. Wenn diese Zersetzungvollständig ist, so enthält das Filtrat die ganze Menge der Schwefel-säure als schwefelsaures Natron mit Ueberschuss von kohlensaurem Na-tron; man hat alsdann die Zusammensetzung einer rohen Soda und be-handelt sie auch ebenso. Es wird mit Salzsäure übersättigt, mit Nor-malchlorbaryumlösung gefällt und der Rest des Barytsalzes alkalimetrischbestimmt.
1 Grm. krystallisirter chemisch reiner Zinkvitriol wurde mit kohlen-saurem Natron kochend zersetzt, das Filtrat mit 20 CC. Normalchlor-baryumlösung versetzt und die Operation in bekannter Weise zu Endegeführt. Der kohlensaure Baryt sättigte 13 CC. Säure. Es sind also20 — 13 = 7 CC. Säure das Maass des schwefelsauren Zinkoxyds.Das Atomgewicht ist 143,2, und 7 mal 0,1432 geben 1,002 Grm. kry-stallisirtes schwefelsaures Zinkoxyd statt 1 Grm.
Bei dieser Analyse hat man nur eine Filtration mehr. Man mussso lange auswaschen, als die ablaufende Flüssigkeit, mit Salzsäure über-sättigt, noch auf Schwefelsäure reagirt. Man bedient sich dazu derNormalchlorbaryumlösung selbst, die man in einer Quetschhahnbürettehat, so dass die zur lleaction verbrauchten Mengen selbst in der Ana-lyse eingeschlossen sind.
Dem Filtrat setzt man sogleich Lackmusauszug hinzu, wodurchman den Sättigungspunkt mit Salzsäure nachher leichter erkennt. Ebensoerkennt man auch nachher die Uebersättigung mit kohlensaurem Natronoder Ammoniak, wenn der Ueberschuss des Baryts gefällt wird.Ein Kupfervitriolkrystall wog 2,082 Grm.,Normalchlorbaryumlösung 20 CC,
Normalsalpetersäure auf den kohlensauren Baryt 3,350 CC.Es sind also 20 — 3,350 = 16,65 CC. Normalsalpetersäure dasMaass des Kupfervitriols. Atomgewicht 125; also 16,65 mal 0,125— 2,08125 Grm. statt 2,082 Grm. krystallisirten Kupfervitriol.