90 Zweiter Abschnitt. Alkalimetrie. (Säuren.)
Auch das saure schwefelsaure Kali und Natron kann hier betrach-tet werden, indem seine freie Säure ■ sehr leicht auf alkalimetrischemWege bestimmt werden kann.
3 Grm. gepulvertes, längere Zeit aufbewahrtes saures schwefel-saures Kali, in Wasser gelöst und mit Norm-alnatröh abgestumpft, er-forderten 20,4 CC. Da das Atomgewicht des Salzes K O -j- 2 S 0 8 -4- HG= 136,11 ist, so müssen die CC. Normalnatron mit 0,13611 multiplicirt,werden. In diesem Falle geben 20,4 CC. 2,77664 Grm. = 92,55 Proc.saures schwefelsaures Kali von obiger Formel.
3 Grm. desselben Salzes, aber vorher etwas getrocknet, forderten20,6 CC. Normalnatron = 2,804 Grm. = 93,46 Proc. des reinen Salzes.
Als von diesem Salze ein Theil mit etwas Schwefelsäurehydrat zu-sammengeschmolzen und im Platintiegel bis zur dunklen Rothglühhitzeerwärmt wurde, erhielt ich ein sehr schön weisses Salz, welches sichan der Luft gut trocken hielt, aber dennoch etwas freie Schwefelsäureenthielt. Es waren nämlich
1) 2 Grm. = 15,1 CC. Normalnatron = 2,0552 Grm. == 102,76 Proc.
saures schwefelsaures Kali,
2) 3 Grm. = 22,5 CC. Normalnatron = 3,0624 Grm. = 102,08 Proc.
saures schwefelsaures Kali,
3) 3 Grm. = 22,6 CC. Nonnalnatron == 3,076 Grm. = 102,53 Proc.
saures schwefelsaures Kali.
Man ersieht daraus, dass sich das geschmolzene «anre schwefel-saure Kali nicht als alkalimetrisches Mittel an die Stelle der Kleesäuresetzen lässt, da es mit einem Ueberschuss von Schwefelsäure zusammen-schmilzt und diesen hartnäckig längere Zeit zurückhält. Ich hatte frü-her auch einmal diesen sauren Körper an der Stelle der Schwefelsäurein Aussicht genommen, vor welcher er die leichte Abwägbarkeit unddas Nichtanziehen von Wasser voraus hätte. Allein die vorstehendenVersuche haben mich davon abgebracht.
Auch das saure schwefelsaure Natron kann in derselben Art analy-sirt werden. Die verbrauchten CC. Normalnatron werden mit 0,12multiplicirt.
Neunzehntes Capitel-
Bestimmung der Schwefelsäure im gebundenen Zustande.
Die hier zu beschreibende Methode der Schwefelsäurebestimmungauf alkalimetrischem Wege wurde von meinem Sohne Carl*) gefunden.Sie schliesst sich an die Kohlensäurebestimmung an.
*) Annalen der Chemie und Pharmacie, Bd. 90, S. 165.