Zweitos Capitel. Darstellung der NormalprobesSure. 37
Wollte man die Stärke der Schwefelsäure gegen trockenes kohlen-saures Natron teststellen, so hat man zwar einen leicht rein darzustel-lenden Stoff'als Grundlage, allein eine Sättigungsoperation, welche we-gen der bis zu Ende sich entwickelnden Kohlensäure und ihrer Wirkungauf Lackmus in hohem Grade unsicher ist. Da man nun keine reinekohlensäurefreie Alkalien in bestimmter Zusammensetzung herstellenkann, so zog ich es vor, als Grundlage der Alkalimetrie eine luftbestän-dige Säure zu nehmen.
3) Die Kleesäure zersetzt sich nicht in Lösung, sie schimmelt nichtwie Weinsäure und Citronensäure, mit denen sie die Eigenschaft desfesten Zustandes gemein hat.
4) Sie ist nicht flüchtig in heissen und kochenden Flüssigkeiten.
5) Einzelne verschüttete Tropfen trocknen ein, ohne eine Zerstö-rung von Kleidungsstücken nach sich zu ziehen. Schwefelsäuretropfenerscheinen auch anfänglich nur als Feuchtigkeit, durch Eintrocknen con-centriren sie sich und zerstören das damit befeuchtete Gewebe. BeimArbeiten im Sitzen ist dies nicht zu übersehen. Die Anwendung derKleesäure als alkalimetrisches Mittel ist im November 18.~>4 von AstleyPrice in der Chemical - Gazette veröffentlicht worden. Ich bemerke,dass ich die Methode schon im September 1852 bei der Versammlungdeutscher Naturforscher in Wiesbaden vorgetragen habe.
Zweites Capitel.
Darstellung der Normalprobesäure.
Man wiige auf einer guten Wage genau 63 Grrn. = 1 Atom inGrammen ausgedrückt, krystallisirte Kleesäure ab, bringe sie, auf Glanz-papier gelegt, vorsichtig in eine Litreflasche, fülle diese zwei Drittelmit destillirtern Wasser voll und bewirke die Lösung durch Umschwen-ken ; dann fülle man destillirtes Wasser bis nahe an die Marke nachund bringe die Temperatur der Flüssigkeit auf 14° R.; alsdann fülleman eine Pipette mit destillirtern Wasser, halte die Litreflasche schwe-bend an dem obersten Theile des Halses zwischen Zeigefinger und Dau-men der linken Hand gerade vor die Augen und lasse nun destillirtesWasser aus der Pipette nachfliessen, bis der unterste Punkt der con-caven Flüssigkeitscurve mit der Marke zusammenfällt.
Man verschliesse die Litreflasche und schüttle mehrere Male tüchtigdurch.
Diese nun richtig gestellte Normalprobesäure fülle man in einedazu bestimmte Flasche, welche gut verschlossen ist. Ich bezeichne dieSäure, ausser der Etiquette, mit einem daran« geklebten grossen Stückevon rothem Papier, sowie die Normalnatronlösung mit blauem Papier,