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Descensus testiculonim.
sack hineingelangen. Er muss also seinen "Weg durch den Leistenkanalnehmen. Diese Ortsveränderung ist der sogenannte Descensus testicu-lorum. In der Mitte des Fötallebens beginnt der Hode nach abwärtszu rücken, im siebenten Monat gelangt er an den Eingang des Leisten-kanals, um im achten durch ihn hindurchzugehen und sich im neuntenbis in den Hodensack hinabzusenken. Es ist bekannt, dass er bei diesemDescensus eine Reihe von Hüllen bekommt. Zunächst die Tunica vagi-nalis propria, die sich vom Peritonaeum ableitet und nichts Anderes istals das Peritonaeum, welches über den Hoden zurückgestülpt ist undsich über demselben geschlossen und abgeschnürt hat. Zweitens dieTunica vaginalis communis funiculi spermatici et testis, die eine aus-gesackte und verlängerte Partie der Fascia transversa ist. Endlich derM. cremaster, der sich in derselben Weise vom M. obliquus internusabdominis ableitet. Es fragt sich: Auf welche Weise und durch welcheKraft erfolgt das Herabsteigen des Hodens? Vom Hoden selbst lässtsich, wenn er noch in der Bauchhöhle liegt, ein faseriger Strang ver-folgen, erst bis zum äusseren Leistenringe und dann ein Theil desselbennoch bis in den Grund des Hodensackes. Man stellt 'es nun wohl sodar, als ob dieser Strang, den man mit dem Namen des Hunter'schenLeitbandes, Gubernaculum Hunteri, bezeichnet, durch seine stete Ver-kürzung den Hoden nach sich zöge und auf diese Weise den Hoden erstin den Leistenkanal hinein und dann endlich in den Hodensack hinab-zöge. Auf diese Weise würde der Hode das sein, was zuvörderst bewegtwird, und er würde die Umhüllungen mitnehmen, indem er das Peri-tonaeum nach sich zieht und die Fascia transversa und die Fasern desMuse, obliquus abdominis internus vor sich hertreibt. Wenn man jedochden Vorgang beim Schweine verfolgt, so muss man dadurch zu einerganz andern Ansicht geführt werden. Hier sind die Dinge weit deut-licher und klarer auseinandergelegt als beim Menschen. Hier sieht man,wenn der Hode noch ganz oben im Leistenkanale ist, einen Beutel, dervom Peritonaeum gebildet wird und von den späteren Hüllen des Hodensbereits umgeben ist, in den Hodensack hinabragen. Dieser Beutel führtden Namen des Processus vaginalis peritonaei. Dieser kann kaum durcheine andere Kraft hinabgetrieben worden sein, als durch den Druck derFlüssigkeit in der Bauchhöhle. Er ist gewiss durch kein GubernaculumHunteri hinabgezogen worden, denn er liegt ganz frei im Hodensacke,so dass man ihn, wenn man den Hodensack öffnet, mit Leichtigkeit ausdemselben herausheben kann. Er ist von einem sueculenten Binde-gewebe umgeben. Dieses verliert hinterher einen grossen Theil seinerFlüssigkeit und zieht sich dadurch auf ein geringeres Volumen zusammen,wodurch die Höhle des Processus vaginalis peritonaei noch tiefer in denHodensack hinabgezogen und so der Baum, den der Hode nachher ein-nimmt, frei gemacht wird. Diese Umwandlung sueculenten Bindegewebesin weniger sueculentes kommt überall im Embryo vor, indem das embryo-nale Bindegewebe eine viel mehr sueculente Beschaffenheit, eine gela-tinöse Consistenz hat, ganz verschieden von dem fertigen Bindegewebe.Es gleicht der Warthon'schen Sülze des Nabelstranges, dem Schleim-gewebe von Virchow. Es ist ganz klar, dass beim Schweine dem Hodenerst der Baum im Hodensack und der freie Weg dahin durch den Pro-cessus vaginalis peritonaei gemacht wird, und dass er allmälig in diesen