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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Entwicklung der inneren Geschlechtstlieile.

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Weise entwickelt sich beim Manne der Hode, nur dass hier aus demKeimepithel das Epithel der Samenkanälchen gebildet wird. Der Wolff seheKörper geht dabei nicht ganz zu Grunde, sondern ein Theil seiner Sub-stanz wird beim Manne zur Bildung des Nebenhodens, beim Weibe zurBildung des Parovariums verwendet. Der Ausführungsgang des WolfFsehenKörpers geht beim Manne auch nicht zu Grunde, sondern wird in dasVas deferens umgewandelt. Beim Weibe gehen die Ausfuhrungsgängedes WolfFsehen Körpers zu Grunde, nur bei einigen Thieren bleibenBeste davon als sogenannte Gartner'sche Gänge. Es hat sich bei beidenGeschlechtern neben dem Ausführungsgange (Figur 98 a) noch ein Eadengebildet, der sich in ein hohles, blindendigendes Gebilde (b b) umwandelt.In Figur 97 d ist die erste Anlage dieses Fadens nach Waldeyer im Quer-schnitt dargestellt. Man sieht sie in Form einer Volute links nebendem Querschnitte des Ausführungsganges (c) des WolfFsehen Körpers.Der Faden ist von J. Müller entdeckt worden und heisst nach ihmder Müller'sche Faden. Er wird zur Tuba. Er öffnet sich nicht ganzan seinem blinden Ende, sondern etwas vor demselben und bildet so denTrichter der Tuba. Das

blinde • Ende bleibt Fig. 9s.

stehen als sogenannteEndhydatide der Tuba.Dieses blinde Ende istauch beim Manne, woder übrige Faden zuGrunde geht, als so-genannte MorgagnischeHydatide zu finden.Wenn wir also dieinneren Gesehiechts-theile beim Manne undbeim Weibe verglei-chen, so haben wir alsvergleichbare Dinge:

Eierstock und Hoden, Nebeneierstock und Nebenhoden. Nicht vergleich-bar aber sind Tuba und Vas deferens, denn das Vas deferens entstehtaus dem Ausführungsgange des WolfFsehen Körpers, die Tuba aus demMüller'schen Faden. Vergleichbar sind wieder die Endhydatide der Tubaund die Morgagnische Hydatide am Hoden. Welchem Gebilde entsprichtnun der Uterus? Man hat in früheren Zeiten den Uterus mit den Samen-blasen verglichen. Dieser Vergleich ist aber durchaus unhaltbar. DerUterus entsteht an der Vereinigung der Müller'schen Fäden, die ja dieTuben darstellen. Er kann beim Manne nur mit der Prostata und derVesicula prostatica verglichen werden, die nach dem Ausdrucke E. H.Weber's bei einigen Thieren, wo sie stark entwickelt ist, einen förm-lichen Uterus masculinus darstellt. *

Descensus testiculorum.

Der Hode liegt ursprünglich ebenso wie der Eierstock in der Bauch-höhle; er ist vom Peritonaeum überzogen. Er soll aber in den Hoden-Brücke. Vorlesungen. II. 3. Aufl. «1

r c c ist die aus Blinddärmen bestehende Masse des Wolff'schen Kör-pers, vc die Anlage der Generationsdruse, die sich entweder zumHoden oder zum Eierstock umwandelt.

Fig. 98 nach Kohelt.