Keimblätter.
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neue Zellen am Eande entwickeln in ähnlicher Weise, wie dies bei be-fruchteten Hühnereiern geschieht, dass aber diese Zellen sich nicht mitder gewohnten Regelmässigkcit anordnen, und dass im Centrum des Keimesbald eine regressive Metamorphose beginnt, die bei weiterer Bebrütung dasUebergewicht über die progressive erhält, die am Rande vor sich geht,so dass die Bebrütung keine weiteren Resultate hat. Es wird dieser Vor-gang von Oellacher als parthenogenetischer Vorgang aufgefasst, so dassdie Eier von den Insccten, bei denen Parthcnogenesis vorkommt, sich da-durch von den Eiern der Wirbelthicro unterscheiden würden, dass die un-befruchteten Eier den ganzen Entwickclungsprocess durchmachen können,während bei den nichtbef'ruchteten Wirbelthiereiern nur die ersten vor-bereitenden Stadien durchlaufen werden, und dann der weitere Entwicke-lungsprocess, wenn ich mich so ausdrücken darf, verunglückt.
Waldeyer hat ferner darauf hingewiesen, dass wahrscheinlich diesogenannten Dermoidcysten im Eierstocke aufgefasst werden müssten alsparthenogonetischo Producte, dass sie wahrscheinlich daraus hervorge-gangen seien, dass sich ein Ei entwickelt habe, wenn auch nicht in dernormalen Weise, doch zu Gewebstheilen von ähnlicher Art, wie sie imnormalen Organismus vorkommen.
Die Keimblätter.
Der erste Schritt zur Weiterentwickelung war der, dass die Keim-haut durch Proliferation ihrer Zellen eine zweite Schicht bildete, undsomit zwei Blätter der Keimhaut, ein äusseres und ein inneres Keimblatt,gebildet wurden. Biese Trennung setzt sich bis zu einer gewissen Grenzein den Keimhügel hinein fort. Dann verliert der Embryonalfleck seineganz runde Gestalt, er wird ein wenig elliptisch und zugleich zeigt sichin der Längsaxe der Ellipse eine Furche. Diese Furche ist die sogenannteprimitive Rinne. Ich will hier gleich vorwegnehmen, dass aus dieserprimitiven Rinne später bei den meisten Wirbelthieren der Canalis cen-tralis medullae spinalis und dessen Fortsetzung in das Gehirn, also dervierte Ventrikel und der Aquaeductus Sylvii wird. Zu beiden Seitendieses Centralcanals liegen ein paar Schichten, die sich später erheben,um sich schliesslich über der primitiven Rinne zu schliessen, dieselbe zuüberdachen. Dies sind die sogenannten Uranlagen des Centralnervensystems.Diese bilden sich also aus der oberflächlichen Schicht, und gehören ihrerLage nach dorn äusseren Blatte der Keimhaut an. Ehe ich aber dieweitere Verwendung des letzleren bespreche, muss ich darauf aufmerksammachen, dass in Rücksicht auf die Art und Weise, wie sich der Keimverhält, und wie sich das Material desselben in dem zukünftigen Embryovertheilt, im Laufe der Zeiten sehr verschiedene Theorien geherrschthaben. Die bis zum Ende der dreissiger Jahre und Anfangs der vierzigerJahre herrschende Theorie von Pander und v. Baer nahm an, dass sichaus dem äusseren Blatte der Keimhaut der sogenannte animale Leib desEmbryo bilde, also Oberhaut, Muskeln, Knochen, Nervensystem, dass sichaber aus dem inneren Blatte der Keimhaut der sogenannte vegetative Leibbilde, die Eingeweide, und dass sich dann ein drittes Blatt zwischenbeiden entwickle, das Gefässblatt, aus dem die Blutgefässe hervorgehensollten.