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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Furchung.

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achtern solche beschrieben worden, bei denen angeblich beide Tuben durch-gangig und völlig intact waren, also den Verdacht ausschlössen, dass auseiner Tubarschwangerschaft durch Verlöthung und Einbeziehung des Eier-stocks anscheinend eine Eicrstockschwangerschaft entstanden sei.

Es kann aber auch die Befruchtung ganz am Eingange der Tubastattfinden, und es kann dann geschehen, dass das Ei hinterher sich nichtfortwährend in der Tuba entwickelt, sondern in die Bauchhöhle hinaustrittund sich dort weiter entwickelt. Das sind die sogenannten Bauchhöhlen-schwangerschaften. Vielleicht können solche Bauchhöhlenschwangerschaftenauch so zu Stande kommen, dass das Ei gleich anfangs in die Bauchhöhlefällt und dort von Spermatozoidon befruchtet wird, die durch die Tubain die Bauchhöhle ausgeschwärmt sind.

Der Furclmngs- oder Zerklüftungsprocess des Dotters.

Ehe die eigentliche Entwickelung beginnt, findet eine Beihe vonvorbereitenden Veränderungen statt. Diese beginnen damit, dass derDotter des Eies sich in zwei Massen zusammenballt. Er zieht sich dabeietwas von der Zona pellucida zurück, das Keimbläschen verschwindet undstatt der einen sphärischen Masse erscheinen nun zwei Halbkugcln, undin jeder derselben liegt wiederum ein heller Fleck in ähnlicher Weise,wie früher das Keimbläschen im Dotter lag. Darauf fangen diese Halb-kugcln an, sich von der Oberfläche in einer Purche einzuschnüren, undjede dieser beiden Halbkugeln theilt sich wieder in zwei Stücke, so dassnun der ganze Dotter in vier Stücke gethcilt ist. Diese Kugolquartanten,die wie die Abtheilungen einer Orange neben einander liegen, theilensich dann der Quere nach, so dass jetzt acht Kugeloctanten entstehen,und diese theilen sich in ähnlicher Weise dadurch, dass sich die Masseum neue Centra zusammenzieht, fort und fort in immer kleinere undkleinere Stücke, in deren jedem wieder ein heller Fleck zum Vorscheinkommt. Wenn endlich die Theilung immer weiter und weiter fortge-schritten ist, so ist das Endproduct dieses Furchungs- oder Zerklüftungs-processes eine Masse von Keimzellen; die letzten Theilungsproducte, dieentstehen, gleichen im Wesentlichen, in ihren Dimensionen und ihrenEigenschaften, nackten Zellen, in welchen der helle Fleck, der sich in derMitte befindet, den Kern darstellt.

Die Furchung bezieht sich überall nur auf den Bildungsdotter, derNahrungsdottcr ist dabei vollkommen unbetheiligt. Deshalb erstreckt sichbei denjenigen Thicrcn, die nur einen Bildungsdotter haben, der Furchungs-process über das ganze Ei. Bei denjenigen aber, die einen Bildungsdotterund einen Nahrungsdottcr haben, erstreckt sich die Furchung nur überden Theil des Eies, welchen der Bildungsdotter ausmacht.

Durch die Furchung sind die Bausteine für den Aufbau des Embryogeliefert. Sic gruppiren sich zunächst im Säugethiere so, dass sie sichgegen die Peripherie zurückziehen, so dass sich eine Höhle bildet, dasssie einen Theil des Eies mit einer einfachen Schichte auskleiden und aneinem andern Theile desselben angehäuft sind. Die ganze Summe dieserZellen bezeichnet man jetzt mit dem Namen der Keimhaut, und den Theil,wo sie angehäuft sind, nennt man den Embryonalfleck,