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2 (1884) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Eier und Eierstock.

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Fig. 75.

ist er mit Flüssigkeit gefüllt, und die Zellen bilden nur eine Auskleidung.An der Stelle aber, wo das Ei liegt, befindet sich eine Anhäufung jenerZellen, welche das Ei umgibt, und in welche das Ei eingebettet ist. DieAuskleidung von Zollen, dieses innere Epithel des Graafschen Follikels,nennen wir Membrana granulosa, die verdickte, scheibenförmigeStelle, in welche das Ei eingebettet ist, Discus oophorus.

Auf welche Weise sind nun die Eier im Eierstocke entstanden rDarüber haben wir erst durch die Untersuchungen von Pflüg er Klar-heit bekommen. Pflüger fand, dass der Eierstock der Säugcthicre unddes Menschen in derselben "Weise wie der Eierstock der Insecten vonHause aus sich wie eine tubulö'se Drüse oder richtiger wie ein Systemvon tubulösen Drüsen entwickelt. Er fand, dass die Eier sich aus ein-zelnen Zellen entwickeln, welchevon dem Epithel dieser tubulösenDrüsen abstammen, dass sichaber dann die Drüsenschläuchein Stücke abschnüren, die dieeinzelnen Eier umgeben und ent-halten, und dass diese abge-schnürten Stücke nun die Graaf-schen Follikel sind. Waldeyerhat die Entwickelung noch weiternach rückwärts verfolgt.

Es liegt im Embryo zubeiden Seiten der Wirbelsäule einOrgan, das wir später näher ken-nen lernen werden, und das manmit dem Namen des Wolff'schenKörpers bezeichnet. Es ist daseine Primordialniere, eine Nierefür den Embryo, die ihm dient,ehe er seine bleibende Niere hat.An, auf und zum Thcil aufKosten dieses Organs entwickeltsich die Geschlechtsdrüse, sowohlbeim Manne als beim Weibe. Bei-stehende Zeichnung zeigt nachWaldeyer das Epithel, welchesden Wolff'schen Körper überzieht,und welches sich hier an einer

bestimmten Stelle, dem Eierstockhügel a, verdickt. Nun fangt es an,Fortsätze in die Tiefe, in den Eierstockhügel zu treiben, oder, richtigergesagt, das darunter liegende bindegewebige Stroma wächst, und be-stimmte Stellen wachsen nicht mit, so dass sie dadurch mit dem Epithel,das darüber liegt, in die Tiefe zurücktreten, und auf diese Weise ent-stehen Gruben, aus denen bei weiterer Vertiefung Schläuche werden,welche von dem Epithel ausgekleidet sind. Schon frühzeitig zeigen sichin diesem Epithel einzelne Zellen, die grösser als die anderen sind, unddiese entwickeln sich jetzt so, dass sie sich von dem Mutterboden los-lösen tind von den anderen umgeben werden. Diese grösseren Zellen sind

a Eierstockhügel.

h Epithel desselben.

c Ausführungsgang des WoltF'schen Körpers.

e Durchschnittene Canäle des Wolff'schen Körpers.

ff Glomeruli desselben.