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Stereoskope.
welche durch die Prismen gesehen wird, näher und kleiner als die an-dere. Nun kehrt man die Prismen um, so dass der Winkel gegen dasObject hin offen und gegen das Gesicht des Beobachters geschlossen ist.Dann erscheint umgekehrt die durch die Prismen gesehene Schiene grösserund entfernter als die andere. Dass jedesmal die Schiene, die uns ent-fernter erscheint, sich als die grössere darstellt, beruht darauf, dass unserUrthcil über die Grösse eines gesehenen Objocts auf Grundlage der Grössedes Nctzhautbildes und der Entfernung, welche wir dem Objecto zu-schreiben, gefällt wird.
Wenn wir also in der Convergcnz unserer Sehaxen eine Grundlagefür das Schätzen der Entfernungen haben, so muss ja damit auch unsereganze räumliche Vorstellung und das ganze körperliche Sehern überhauptzusammenhängen. Dies ist auch in der That der Fall. Diese Grundlageverliert aber immer mehr an Sicherheit, je grösser die Entfernung wird,weil zuletzt unsere trigonometrische Basis für die zu messende Entfernung'zu klein wird, und darum sind wir später, um ein TTrtlieil über die Ent-fernung abzugeben, auf andere Dinge angewiesen, auf die sogenannte Luft-perspective, auf die scheinbare Grösse bekannter Gegenstände, auf dieMenge der Gegenstände, welche sich, zwischen uns und den Gegenständenbefinden, deren Entfernung wir schätzen. Es stellt sich dabei heraus,dass wir, je mehr uns unser erstes Hilfsmittel und diese weiteren Hilfs-mittel im Stiche lassen, um so mehr die Entfernung unterschätzen, niemalsüberschätzen. Wenn man eine entfernte Gebirgskette ansieht,' wenn Siez. B. auf die hohe Warte gehen und die kleinen Karpathen ansehen, soerscheint es, als ob diese Berge steil anstiegen, während sie in der Thatschwach geneigte Abhänge haben. Wenn Sie Gebirgsketten hintereinanderaufsteigen sehen, so erscheinen sie, auch wenn sie meilenweit von ein-ander entfernt sind, coulissenartig hintereinander aufgestellt zu sein. Erstwenn Sic sich ihnen nähern, so sehen Sie, dass sie mit verhältnissnuissig 1sanften Abdachungen ansteigen, dass weite Thäler zwischen ihnen liegen,kurz, dass.Sie grosse Entfernungen in auffälligster Weise unterschätzthaben, weil Ihnen eben die gewöhnlichen Mittel abhanden gekommen sind,vermöge welcher wir Entfernungen schätzen.
Stereoskope.
Mit diesem körperlichen Sehen, damit, dass wir die Entfernung derGegenstände nach der Convcrgenz unserer Sehaxen bemessen, hängt ein
Instrument zusammen, welches von demFig. 56. englischen Physiker Wheatstonc in
seiner ersten Gestalt erfunden wurde,das Stereoskop. Das ursprünglicheWheatstone'sche Stereoskop bestehtaus zwei Spiegeln, welche unter nahe-zu rechtem Winkel aneinander gelegtsind, und aus zwei seitlichen Laden,in welchen perspectivische Zeichnun-gen eines und desselben Gegenstandeseingeschoben werden, aber perspectivische Zeichnungen der Art, dass daseine Mal der Gegenstand gezeichnet ist, wie er mit dem rechten Auge