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Accomraod.ition.
Diese Accommodationstheorie ist in neuerer Zeit durch die Versuchewelche Hensen an Hunden und Katzen und auch an einem Affen an-gestellt hat, zur vollen Evidenz gebracht worden. Erstens hat er durchdireetc Heizung der Ciliarnerven die Accommodation hervorgebracht. Zweitenshat er sich auch überzeugt, dass die ausgeschnittene Hundclinsc derjenigenGestalt entsprach, welche sie im Auge hat, wenn das Auge für die Näheaecommodirt ist.
Damit, dass die Accommodation durch diese Formveränderung derLinse hervorgebracht wird, hängt es auch zusammen, dass sie im Alterverloren geht. Die jugendliche Linse ist nachgiebig, verändert ihre Formsehr leicht, die alte Linse aber ist widerstandsfähiger, sie behält deshalb,es mag der Zug der Zonula an ihr ausgeübt werden oder nicht, ihreForm bei oder ändert sie doch nur wenig, und das ist der Zustand, denwir mit dem Kamen der Presbyopie, des Gesichtsfehlers der Alten, be-zeichnen. Presbyopie isF~nieht "Weit- oder Ucbersichtigkcit, nicht derGegensatz von Kurzsichtigkeit, denn alte Leute können kurzsichtig seinund doch presbyopisch, indem ihr Auge ebenso stabil für eine geringeEntfernung eingestellt ist, wie das von Greisen, die in ihrer JugendNormalaugen gehabt haben, für die unendliche oder doch für eine sehrgrosse Entfernung eingestellt ist.
Fragen wir uns weiter, ob auch die Muskeln der Iris bei der Ac-commodation irgend eine Rolle spielen. Die Iris verengert sich, wie wirfrüher gesehen haben, etwas bei der Accommodation für die Nähe. Wennder Sphinctcr und Dilalator pupillae sich gleichzeitig zusammenziehen, somüssen sie die Iris, wenn sie nicht in einer Ebene liegt, wenn sie einenabgestumpften Kegel bildet, in eine Ebene bringen. Man hat deshalb,indem man der Meinung war, dass die Iris nach vorn kegelförmig oderkuppeiförmig ausgebaucht sei, geglaubt, dass durch die gleichzeitige Contractiondes Sphinctcr und Dilatator pupillae ein Druck auf die Linse ausgeübtwerde. Dadurch bilde sich an der vorderen Oberfläche der Linse und inder Pupille eine kleine Kuppe. In der That findet man in den Augenvon Leichen nicht selten Linsen, an denen eine solche Kuppe zu sehenist, so dass man glauben könnte, die Linse habe in der That hier oftmalseinen Druck auf einer ringförmigen Zone erlitten. Der verstorbene Pro-fessor v. Vivcnot hat, als er als junger Mann hier im Institute arbeitete,viele Linsen in Gyps abgegossen, und an diesen Gypsabgüssen war aufQuerschnitten nicht selten diese kuppenartige Hervorragung an der vor-deren Fläche zu sehen. Andererseits muss man sich aber sagen, dasskeineswegs immer die Iris nach vorne vorgebaucht ist, sondern dass sienur kegelförmig vorgeschoben ist in gewissen Augen und bei bedeutenderVerengerung der Pupille, indem dann ihr Rand auf der convexen vorderenFläche der Linse nach vorn schleift. Zweitens muss man sich sagen, dassbei der Schwäche der Muskeln der Iris und bei dem geringen Wertheder Componente, welche bei der gleichzeitigen Zusammenziehung desSphinctcr und des Dilatator pupillae für unsern Druck zur Wirkungkommt, derselbe jedenfalls ein sehr geringer sein muss, so dass man ihmkaum einen irgendwie in Betracht kommenden Einfluss auf die Gestaltder Linse zuschreiben kann.
Helmholtz hat durch Rechnung gezeigt, dass die Gestallvcränderung,die die Linse bei der Accommodation erleidet, hinreicht, um diejenige